Importpreise legen um 10,3 Prozent zu – Stärkster Anstieg seit 2010

Container, über dts Nachrichtenagentur

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Importpreise in Deutschland legen so stark zu wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Im April lagen sie um 10,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.

Eine Vorjahresveränderung in mindestens gleicher Höhe hatte es zum letzten Mal im Dezember 2010 gegeben. Im März hatte das Preisplus gegenüber dem Vorjahr noch bei 6,9 Prozent gelegen, im Februar 2021 noch bei +1,4 Prozent. Gegenüber März stiegen die Importpreise im April um 1,4 Prozent. Energieeinfuhren waren im April um 101,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

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Im April 2020 hatte die Nachfrage aufgrund der Coronakrise ihren Tiefpunkt erreicht, bei einem gleichzeitig starken Angebotsüberhang. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatten Erdöl mit einem Plus von 198,0 Prozent, Mineralölerzeugnisse mit einem Plus von 76,6 Prozent und Erdgas mit einem Plus von 57,6 Prozent. Außerdem verteuerte sich elektrischer Strom im Import deutlich um 209,6 Prozent. Ohne Energie waren die Importpreise im April nur um 4,8 Prozent höher als im Vorjahr und 1,5 Prozent höher als im Vormonat.

Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 6,0 Prozent über dem Stand des Vorjahres (+1,5 Prozent gegenüber März 2021). Die Preise für importierte Vorleistungsgüter stiegen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr verteuerten sich vor allem Eisenerze (+76,8 Prozent), Kupfer (+58,2 Prozent), Nicht-Eisen-Metallerze (+40,2 Prozent), Kunststoffe in Primärformen (+33,3 Prozent) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+25,8 Prozent) deutlich. Hauptgrund für den starken Anstieg der Preise für Eisenerz dürfte die weiterhin starke weltweite Nachfrage sein.

Die Verteuerung dieses Rohstoffs wirkt sich in der Folge auf die Preisentwicklung für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen aus. Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im April um 0,6 Prozent unter denen des Vorjahres. Während unter anderem Tablets (-3,5 Prozent) und Smartphones (-2,2 Prozent) zu niedrigeren Preisen importiert wurden, waren Notebooks (+2,6 Prozent) sowie Kraftwagen und Kraftwagenmotoren (+0,7 Prozent) teurer als im April 2020. Die Preise für landwirtschaftliche Güter lagen 4,9 Prozent über denen von April 2020.

Während sich insbesondere Naturkautschuk (+47,9 Prozent), Getreide (+13,9 Prozent) und Rohkaffee (+9,4 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine (-29,0 Prozent) und Nüsse (-16,8 Prozent) nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert.

Foto: Container, über dts Nachrichtenagentur

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