Handelskonzerne wollen sich für höhere Löhne in Lieferketten einsetzen

Containerschiff, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Sieben große Lebensmittelkonzerne wollen sich für existenzsichernde Löhne für Bauern und Arbeiter in ihren globalen Lieferketten einsetzen. Dazu wollten Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl, Kaufland, Rewe, DM und Tegut am Freitag eine freiwillige Selbstverpflichtung unterschreiben, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). "Ich freue mich, dass im Lebensmittelhandel Bewegung ist. Damit erkennen die Handelsketten ihre Verantwortung für die Menschen an, die in ihren Lieferketten arbeiten. Das ist ein wichtiger erster Schritt für echte Fortschritte", sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU).

Die Initiative wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) begleitet. Die Initiative zeige, dass der Druck der Öffentlichkeit und der Verbraucher wirke, so der CSU-Politiker weiter. Immer mehr Menschen wollten wissen: "Unter welchen Bedingungen werden die Lebensmittel produziert, die bei mir auf dem Frühstückstisch stehen." Sie alle würden die Unternehmen daran messen, "dass sie tatsächlich faire Einkommen sicherstellen", sagte Müller. Es könne nicht länger sein, "dass die Menschen am Anfang unserer Lieferketten nur Hungerlöhne erhalten und so die Kinder auf den Kaffee- und Kakaoplantagen mitarbeiten müssen", so der Entwicklungsminister weiter. Gleichzeitig könne die Selbstverpflichtung nur der Auftakt sein, soziale und ökologische Mindeststandards in allen Lieferketten sicherzustellen. Der CSU-Politiker will schon in den nächsten Wochen zusammen mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ein Lieferkettengesetz auf den Weg bringen. Es soll die 7.200 deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten zwingen, bei ihren Zulieferern die Menschenrechte sowie soziale und ökologische Mindeststandards durchzusetzen. "Zusammen mit Minister Heil werde ich in den nächsten Wochen Eckpunkte für ein solches Lieferkettengesetz vorlegen", sagte Müller den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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Foto: Containerschiff, über dts Nachrichtenagentur

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