Greenpeace befürchtet Vernichtungswelle neuer Kleidung

Angebote in einem Geschäft, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Blockade des Verkaufs von Modeartikeln wegen des verlängerten Lockdowns ruft Umweltschützer auf den Plan. Es drohe eine Vernichtungswelle bei neuer Kleidung, sagte Greenpeace-Konsumexpertin Viola Wohlgemuth der „Welt“ (Donnerstagausgabe), nachdem die Handelsverbände Textil (BTE), Schuhe (BDSE) und Lederwaren (BLE) von einer „riesigen Lawine von einer halben Milliarde unverkaufter Modeartikel im stationären Handel“ berichtet hatten.

Während die Verbände die Politik wegen ausbleibender Erfolge in der Pandemiebekämpfung kritisierten, wies Greenpeace der Branche eine Mitverantwortung zu. „Mit ihren grotesk beschleunigten Zyklen hat die Fast-Fashion-Industrie in der Pandemie Millionen unverkaufter T-Shirts, Hosen, Schuhe und anderer Kleidung zu Wegwerfartikeln degradiert“, sagte die Greenpeace-Konsumexpertin der „Welt“. Wenn dieser Berg wertvoller Produkte nun vernichtet zu werden drohe, unterstreiche dies die „die Obszönität“ eines großen Teils der Modebranche: „Wie können in einem Land mit 82 Millionen Menschen in ein paar Wochen 500 Millionen unverkaufte Kleidungsstücke anfallen? Braucht jede und jeder Deutsche sechs weitere Wintermäntel“, sagte sie. Zwar rechnen sich viele inhabergeführte Kleidungsgeschäfte nicht zu den Unternehmen der sogenannten Turbo-Mode, die Beschleunigung der Verkaufszyklen wirkt sich aber auch auf sie aus.

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Statt Kleidung mit einer permanent verkürzten Halbwertszeit zu entwerten, müsse die Modeindustrie die Coronakrise zur Entwicklung von Geschäftsmodellen nutzen, die einer Verschwendung von Ressourcen vorbeuge und keine falschen Bedürfnisse schüren, forderte Wohlgemuth. Schon in normalen Jahren bleibt nach Schätzungen jedes zehnte Stück unverkauft, weil es den Geschmack der Kundschaft nicht trifft, zu spät geliefert wird oder aufgrund von Überkapazitäten.

Foto: Angebote in einem Geschäft, über dts Nachrichtenagentur

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