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Freiberufler fürchten Abbau von 400.000 Arbeitsplätzen

Bundesagentur für Arbeit, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Freiberufler in Deutschland gehen für 2020 und 2021 von einem massiven Arbeitsplatzabbau aus. Das berichtet das „Handelsblatt“. Trotz des Milliarden-Rettungspakets der Bundesregierung blickt Wolfgang Ewer, Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB), demnach pessimistisch in die Zukunft: „Nachdem bereits erste Stellen abgebaut werden mussten, sind mindestens 400.000 weitere Stellen in Gefahr“, sagte Ewer der Zeitung.

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Die Lage für viele Freiberufler sei ausgesprochen schwer, „knapp zwei Drittel sind massiv betroffen“. Vor allem junge Unternehmen bräuchten Hilfe, damit die Gründerkultur in Deutschland nicht nachhaltig geschädigt werde. Ewer stützt sich auf eine Umfrage unter 2.600 Freiberuflern unter den Mitgliedsverbänden, die zwischen Mitte Mai und Mitte Juni erhoben und ausgewertet wurde. Also zu einem Zeitpunkt, zu dem der Stillstand des öffentlichen Lebens in vollem Gange war, aber bereits die Aussicht auf eine wirtschaftliche „Post-Corona-Zeit“ erkennbar wurde. Danach traf der wochenlange Lockdown jeden vierten Freiberufler (24,5 Prozent) sehr stark, mehr als jeden dritten (37,3 Prozent) stark. Für fast jeden dritten Freiberufler ist der bereits entstandene wirtschaftliche Schaden existenzbedrohend. Das spiegelt sich auch im deutlichen Auftragsrückgang von mehr als 50 Prozent wider, den jeder dritte Freiberufler verzeichnet. Düster sieht es laut der Umfrage auch für die Zukunft aus. Selbst für 2021 erwarten die Freiberufler oft noch keine Aufhellung und rechnen mit einem Personalabbau vor allem bei Firmen zwischen zehn und 49 Mitarbeitern.

Foto: Bundesagentur für Arbeit, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    16. Juni 2020 um 11.26 — Antworten

    „Nachdem bereits erste Stellen abgebaut werden mussten, sind mindestens 400.000 weitere Stellen in Gefahr“

    Das sind, so ist anzunehmen, meist auch die Freiberufler selbst und nicht nur ihre, wenigen, Angestellten.Wir sehen damit einer Verarmung unserer Kultur insgesamt entgegen, wie es sie wohl noch nie gegeben hat.Die konkreten Auwirkungen sind somit (noch) unüberschaubar. Was aber klar ist, ist, daß die Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft noch weiter zurückgehen wird, als allein durch die derzeit komplett versagenden Auto- und anderen Technik-Firmen. Die wenigen dem Markt und der Umwelt angepassten Konzepte wie das einer Startup-Firma in Berlin, die E-Kleinaster herstellt oder einem Auto-Zulieferer mit seinem Fahrzeugkonzept auf Basis der Pedelecs werden das nicht rausreißen.
    Ich schätze mal, vor allem die Chinesen mit ihrem extrem diffrenzierten und außerordentlich innovativen Angebot in allen Technik- und Verkehrsbereichen reiben sich vergnügt die Hände – und Kulturleistungen im engeren Sinne können wir sowieso fast komplett vergessen. Eine Helene Fischer wird das geschäftlich überleben, die, bei denen Schlagerkomponisten so gern „ihre“ Ideen klauen, die Komponisten in der Nachfolge der Klassiker, wohl eher nicht – und über anderen breitet sich ja jetzt schon der Mantel des Schweigens aus.
    Was machte eine oldenburger „Künstlerinitiative“ jüngst? Man startete eine Umfrage, wie mit den Problemen jetzt (!) umzugehen sei – und „enwickelte“ daraus die Frage nach Zukunftsvisionen für – – 2030. Dümmer geht ümmer!
    Manchmal sind wir halt auch selber Schuld… 😉

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