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EU will Atomkraft und Gas als „grün“ einstufen

Atomkraftwerk, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die EU-Kommission will Investitionen in Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Voraussetzungen als klimafreundlich einstufen. Das geht aus einem Entwurf der Behörde hervor, der am Neujahrstag öffentlich wurde.

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Zu den Voraussetzungen gehört, dass die Anlagen neuesten technischen Standards entsprechen und im Falle der Atomkraftwerke, dass ein konkreter Plan für den Betrieb einer Entsorgungsanlage für radioaktive Abfälle ab spätestens 2050 vorgelegt wird. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat die Entscheidung umgehend kritisiert. „Ich halte es für absolut falsch, dass die Europäische Kommission beabsichtigt, Atomkraft in die EU-Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten aufzunehmen“, sagte die Grünen-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben). „Eine Energieform, die einerseits zu verheerenden Umweltkatastrophen führen kann – im Falle schwerwiegender Reaktorunfälle – und andererseits große Mengen an gefährlichen hochradioaktiven Abfällen hinterlässt, kann nicht nachhaltig sein.“ Äußerst problematisch sei außerdem, dass die Kommission in einer so heiklen Frage auf eine öffentliche Konsultation verzichten wolle, fügte Lemke hinzu und kündigte an: „Wir werden die Kriterien, die uns die Europäische Kommission gestern Nacht im Entwurf zur Kommentierung vorgelegt hat, jetzt prüfen und uns dazu in der Bundesregierung abstimmen.“

Foto: Atomkraftwerk, über dts Nachrichtenagentur

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2 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    1. Januar 2022 um 17.41 — Antworten

    Dann jetzt aber dringend her mit Nord Stream 2 – Gas. Wurde nicht schon vor Wochen berichtet, daß die deutschen Vorratstanks so leer sind wie fast nie zuvor? Trotzdem, Gas sollte eine Übergangslösung bleiben – und bei jedem Spaziergang auch mal in seltener besuchten Straßen entdecke ich immer mehr Häuser mit Solarzellen auf dem Dach. Nur, bis das wirklich ausreicht, das dauert – und bis die Regelung endlich greifen sollte, daß Neubauten ohne nicht mehr genehmigt werden, das dauert noch länger. Wollte die neue Regeirung nicht „mehr Fortschritt wagen“? Dann sollte man dort das Gewäsch eines Lauterbach mal zugunsten echter Zukunftsperspektiven etwas hintan stellen – und ein Blick nach Norwegen dürfte inspirieren, auch wenn die es dort mit viel kleinen Wasserkraftwerken schon etwas leichter haben.

  2. Johannes Wagner
    2. Januar 2022 um 9.39 — Antworten

    Es zeigt sich wieder, dass keine Politik für die Bürger, sondern für die Wirtschaft und speziell die Konzerne gemacht wird! Ein weiterer Rückschlag für die Menschheit und außerdem ähnelt es dem Ansinnen der katholischen Kirche im Mittelalter, wider besseres Wissens, die Erde als Mittelpunkt des Universums zu bestimmen.

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