Chebli und Bär beklagen Sexismus in der Politik

Frau auf einer Rolltreppe, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) und die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) beklagen anhaltenden Sexismus in der Politik. „Wir Politikerinnen werden oft auf unser Aussehen reduziert“, sagte Chebli der „Welt“ (Samstagausgabe). Zumindest sei es ständig ein Thema.

„Ob du nun in einem Lederrock rumläufst oder nur Hosenanzug trägst, ist dabei irrelevant. Mir hat mal ein Parteikollege gesagt: ‚So, wie du aussiehst und wie du dich kleidest, wirst du in der Politik nicht weiterkommen.‘“ Vor einem Termin habe er ihr sogar nahegelegt, sich umzuziehen. „Das habe ich natürlich nicht gemacht, ich verstelle mich doch nicht, um anderen zu gefallen.“ Die CSU-Politikerin Bär sagte, ihr sei mit Blick auf ihre frühen Karriereschritte als einst jüngstes Mitglied im CSU-Parteivorstand und jüngste CSU-Abgeordnete im Bundestag oft gesagt worden: „Du hast ja noch Zeit.“ Als sie jungen Frauen den Weg geebnet habe, sei ihr von Männern gesagt worden, „ich solle aufpassen, wen ich unterstütze, weil mir das selber schaden könnte, denn dann hätte ich kein Alleinstellungsmerkmal mehr“. Als Opfer wollen sich weder Chebli noch Bär sehen. „Ich habe mich noch nie als Opfer gefühlt.“ Missstände aufzudecken und für Parität und Chancengleichheit zu kämpfen, habe nichts mit der Opferrolle zu tun. „Ich möchte an Initiativen, Gesetzentwürfen, an meinem politischen Handeln und Wirken gemessen werden und nicht auf etwas reduziert werden, das politisch keine Rolle spielen sollte“, so Bär. Sie halte nichts von Opferdiskussionen. „Es gibt in der Politik eine Schieflage, und die müssen wir beheben.“ Chebli sieht das ähnlich. „Diese Opfervorstellung ist ein von Männern aufoktroyierter Diskurs“, sagte die SPD-Politikerin. Keine Frau wolle Opfer sein. „Aber für Frauen sieht die Welt eben anders aus. Und die Welt schaut anders auf Frauen.“ Das zeigten nackte Zahlen. „Frauen sind oft Opfer von strukturellem Sexismus, von Gewalt. Diese Realität müssen wir ändern.“

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Foto: Frau auf einer Rolltreppe, über dts Nachrichtenagentur

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