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Bundesärztekammer: Desinfektion von Flächen überflüssig

Desinfektionsmittel in der Coronakrise, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat das Säubern von Oberflächen im Kampf gegen die Corona-Pandemie als überflüssig und überholt bezeichnet. Die aktuellen Erkenntnisse über die Übertragung von Corona seien eindeutig, sagte Reinhardt den Zeitungen der „Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft“ (Freitagausgabe). Das Virus übertrage sich ausschließlich über den Luftweg und nicht über Schmierinfektionen.

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„Insofern ist die Desinfektion von Oberflächen, die wir derzeit noch sehr intensiv betreiben, unsinnig und obsolet. Das Robert-Koch-Institut sollte das zum Erkenntnisstand erheben und dies den Gesundheitsämtern mitteilen“, so der Ärztefunktionär. Wenn dies schnell geschehe, hätten viele Menschen mehr Zeit, sich mit Dingen zu beschäftigen, die Corona sinnvoller bekämpften. Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen sagte Reinhardt, auch für diesen Herbst und Winter müsse es das vordringliche Ziel der Politik bleiben, das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. „Zugleich müssen wir darauf achten, dass Menschen mit anderen Erkrankungen als Covid-19 ebenfalls gut und vernünftig behandelt werden können.“ Damit verwies Reinhardt auch auf die Nöte von kranken Menschen, die nicht am Coronavirus erkrankt sind. Das sei und bleibe das zentrale Ziel, sagte er. „Dabei dürfen aber weder das soziale Miteinander gefährdet noch die Wirtschaft an die Wand gefahren werden. Ein schwieriger Balanceakt.“

Foto: Desinfektionsmittel in der Coronakrise, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. Jochen H
    9. Oktober 2020 um 19.59 — Antworten

    ich bin Arzt und entsetzt, welche Neuigkeiten der Präsident der Bundesärztekammer verbreitet. Auf welchen Studien fusst denn diese Behauptung. Alle Studien die ich dazu kenne (und auch die Veröffentlichungen des RKI) weisem eine Tröpfcheninfektion als Übertragungsweg des SARS-CoV2 nach. Das ist keine Schmierinfektion, bedeutet aber auch nicht, dass ausschließlich über Aerosole verbreitet wird. Die Tröpfchen finden sich auf patientennahen Kontaktflächen und können von dort mit der Hand zu Mund und Nase der Kontaktpersonen gebracht und dann auch eingeatmet werden.
    Vom Präsidenten der Bundesärztekammer sollte man fundierte medizinische Aussagen erwarten können.

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