Bofinger: ESM zur Finanzierung der Coronakrise der falsche Weg

Peter Bofinger, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Ökonom und frühere Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat davor gewarnt, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise zu nutzen. „Der Vorschlag, den ESM zur Finanzierung der Coronakrise einzusetzen, übersieht, dass der ESM als Versicherung für Krisen in der Währungsunion geschaffen wurde“, sagte Bofinger dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagsausgaben). „Wenn man seine Mittel jetzt für die Coronakrise einsetzt, steht man bei der nächsten Eurokrise mit leeren Händen da.“

Da die Märkte das wüssten, komme die nächste Eurokrise umso schneller, warnte er. Bofinger sprach sich stattdessen für sogenannte Corona-Bonds aus. Sie unterschieden sich fundamental von den Eurobonds, wie sie bei der Eurokrise 2011/12 diskutiert worden seien. „Damals konnte man argumentieren, dass die Probleme Italiens selbst verschuldet waren, sodass eine Unterstützung durch Eurobonds falsche Anreize setzen würde. Für die Coronakrise ist niemand verantwortlich zu machen und Italien wird durch Corona-Bonds bestimmt nicht veranlasst, eine neue Epidemie zu suchen“, sagte der Ökonom. Zudem könnten die Mitgliedstaaten bei Corona-Bonds – anders als bei Eurobonds – dafür sorgen, dass von vornherein genau festgelegt werde, wofür das Geld ausgegeben werden dürfe.

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Foto: Peter Bofinger, über dts Nachrichtenagentur

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