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Berlin-Pankow-Bürgermeister: Lockdown ein „normales Instrument“

Seniorin schaut von einem Balkon, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Pankow, Sören Benn (Linke), setzt sich für einen anderen Umgang mit dem Thema Lockdown ein. „Es geht darum, ob wir die Pandemie im Griff haben oder ob die Pandemie uns im Griff hat, ob die Welle uns vor sich hertreibt oder ob wir sie reiten“, sagte er am Samstag dem Deutschlandfunk. „Darum finde ich den Umgang mit dem Thema Lockdown, der im Moment verhandelt wird wie eine nationale Katastrophe oder als Strafe der Bürger, wenn sie sich nicht an die Regeln halten, für einen falschen Umgang und schlage vor, einen Lockdown als ganz normales Instrument, epidemiologisches Instrument im Handling der Krise zu behandeln“, so der Linken-Politiker.

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Man solle sich darauf vorbereiten und Indikatoren entwickeln, „ab wann ein Lockdown sinnvoll sein kann“, sagte Benn. „Lasst uns dann einen klaren Anfang und ein klares Ende eines solchen Lockdowns benennen, damit man sich auch besser drauf einstellen kann, den besser aushalten kann. Und lasst uns vorab auch darüber diskutieren, welche konkreten Maßnahmen ein solcher Lockdown vielleicht auch im Unterschied zu dem ersten ungeplanten Lockdown im März beinhalten soll“, schlug der Lokalpolitiker vor. Man müsse „in Optionen denken“. Im Moment mache es nicht den Anschein, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen tatsächlich dazu führen, dass die Welle einen anderen Verlauf nimmt als den Aufwärtsverlauf. „Das heißt, wir sind auf einem einzigen Gleis unterwegs in der Hoffnung, dass eine Vielzahl von Maßnahmen, die ganz selten evidenzbasiert sind, dann irgendwann dazu führt, dass die Welle bricht.“ Sein Vorschlag: „Lasst uns einen planvollen Lockdown vorbereiten. Wenn man sagt, wir bereiten uns darauf vor, beispielsweise Mitte November in einen Lockdown zu gehen, dann ist der geplant, dann kann man den jetzt angehen, und dann kann man ja sagen, wenn die Zahlen bis zum Zeitpunkt X sich nicht auf einem bestimmten Niveau stabilisiert haben oder wieder runtergehen, dann gehen wir ab dem Zeitpunkt Z in einen zeitlich begrenzten Lockdown“, so der Linken-Politiker. Sollten sich die Maßnahmen als wirksam erweisen, könne man den Lockdown dann auch „jederzeit“ wieder absagen, sagte der ezirksbürgermeister von Berlin-Pankow.

Foto: Seniorin schaut von einem Balkon, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    24. Oktober 2020 um 20.47

    Und das will ein „Linker“ sein? Einer aus einer Oppositionspartei? Kann der nicht rechnen – ach was, zählen reicht schon – nicht einmal zählen? In jetzt fast einem Jahr haben wir nicht einmal halb so viel Todesopfer der „Corona“-Erkrankung in Deutschland als während der Grippe-Welle 2018 / 19 in ca. einem halben Jahr. Damals waren es etwas über fünfundzwanzig Tausend AN Grippe Gestorbener. Keine Frage, „Corona“ mag eine sehr unangenehme Erkrankung sein, so tödlich wie die Grippe ist sie offensichtlich aber nicht. Immer noch ist das Durchschnittsalter der Gestorbenen bei über achtzig Lebensjahren. (In Schweden ziemlich glatt bei 83!) Selbst die Sommerhitze 2018 und 2019 forderte mehr Todesopfer, wie einige Presseportale berichteten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lebenserwartung
    Es sterben also die Patienten, die ohnehin schon Älter sind als der Durchschnitt derer, die ohnenhin in diesem Land normalerweise sterben!
    Und – man kann unterschiedliche Voraussetzungen in unterschiedlichen Länder nun mal nicht eins zu eins vergleichen! Wer seine Krankenhauskapazitäten aus Gründen der Privatisierung, also um Profit im Gesundheitswesen zu ermöglichen (!), so stark reduziert hat, daß jetzt nichts mehr geht, der, besser seine Bürger, haben jetzt ein massivs Problem.
    Konkrete Zahlen entnehmen sie bitte den Seiten des „Statistischen Bundesamtes“ – ist alles öffentlich. Keiner sollte nur meinen Ausführungen glauben.