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Beratungsstelle klagt über sexuelle Belästigung im Kulturbetrieb

Promi im Blitzlichtgewitter, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die sogenannte „Themis-Vertrauensstelle“ in Berlin sieht sexuelle Belästigung im Kulturbetrieb als strukturelles Problem. Es hätten sich bislang 255 Personen an sie gewandt, zu etwa 90 Prozent Frauen, sagten die Beraterinnen Maren Lansink und Marina Fischer dem „Spiegel“. In den mehr als 500 Beratungsgesprächen sei es um alle Formen von Machtmissbrauch gegangen, vom „Anstieren“ über anzügliche Bemerkungen bis zu schweren Straftaten.

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Innerhalb des ersten Jahres hätten sie elf Vergewaltigungsvorwürfe erreicht. Bei zwei Fünfteln der Vorkommnisse habe es sich um körperliche Belästigungen gehandelt. Der überwiegende Teil der Fälle liege höchstens zwei Jahre zurück. „Die Branche hat ein strukturelles Problem“, so die Psychologin Fischer. Seit Oktober 2018 berät die Themis-Vertrauensstelle in Berlin Kulturschaffende aus Film, Fernsehen und Theater, die Opfer sexueller Belästigung geworden sind.

Foto: Promi im Blitzlichtgewitter, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    17. April 2020 um 15.34

    „Die sogenannte „Themis-Vertrauensstelle“ in Berlin sieht sexuelle Belästigung im Kulturbetrieb als strukturelles Problem. Es hätten sich bislang 255 Personen an sie gewandt, zu etwa 90 Prozent Frauen…“

    Na, dann werde ich jetzt mal die Männerquote eins höher schrauben. Ich war lange Zeit ja als Einzel-Unterhalter unterwegs, oft auch so animatorisch auf den Straßen- und Stadtfesten mitten im Publikum.
    Gerade im ländlichen Bereich kam es dazu immer mal wieder zu Übergriffen, vor allem durch schon etwas ältere Frauen. Ich war damals so ab dreißig, Anfang vierzig. Offenbar ein „knackiges“ Alter. „Gefährlich“ waren meist die Landpomeranzen, die so mindestens über fünfzig waren, denn die griffen auch schon mal zu und packte sich den Allerwertesten zwecks Abschätzung der Muskelsubstanz.
    Im Ernst, wer das nicht verträgt, sollte nicht ins Show-Geschäft gehen… 🙂
    Ich erinnere mich auch noch gut an den Beginn der „Metoo“-Debatte – und an vor allem französische Schauspielerinnen, die das Ganze albern fanden. Die waren nämlich stolz drauf, attraktiv zu sein und von der Männerwelt beachtet zu werden.
    Etwas anderes ist es natürlich, wenn wirklich Gewalt im Spiel ist. Aber das dürften doch sehr, sehr seltene Ausnahmen sein.
    https://www.youtube.com/watch?v=-68WYHHEGQo