Bauernpräsident: Obst und Gemüse werden knapp und teurer

Fast ausverkauftes Obst im Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Lebensmittelangebot in den Supermärkten wird sich laut Bauernpräsident Joachim Rukwied in den kommenden Wochen und Monaten wohl spürbar ändern. „Wir müssen damit rechnen, dass es insgesamt zu einer Verknappung bei Obst und Gemüse kommen wird“, sagte Rukwied der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Hintergrund sei der Mangel an Saisonarbeitskräften aus Osteuropa im Zuge der Corona-Krise.

Pflanzen, Pflegen und Ernten werde in diesem Jahr nicht so ablaufen können wie gewohnt. Landwirte stünden derzeit akut vor der Entscheidung, ob sie Pflanzgut abbestellten. Rukwied sagte: „Wir müssen uns als Verbraucher in den kommenden Monaten umstellen.“ Er gehe zudem davon aus, dass es Preissteigerungen geben werde. Die Nachfrage werde auch nicht durch Importe gedeckt werden können, da in den Obst- und Gemüseanbau-Regionen in Südeuropa ebenfalls Arbeitskräfte fehlen. Die Saisonarbeiter seien auch nicht durch Freiwillige zu ersetzen, betonte Rukwied. Die Mitarbeiter aus Osteuropa seien zum Teil seit Jahren oder Jahrzehnten in den einzelnen Betrieben tätig und hätten entsprechende Erfahrung. Überlegungen der Bundesregierung, Asylbewerber oder Arbeitslose auf den Feldern einzusetzen, würden „den Arbeitskräftemangel nur lindern“, betonte der Bauernpräsident. Das gelte auch für Angebote von Freiwilligen oder Vermittlungsplattformen im Netz. „Wir Bauern erleben derzeit eine große Solidarität“, sagte Rukwied dazu. „Allerdings wollen viele offenbar nur in Teilzeit aushelfen. Erntehelfer ist aber ein Vollzeitjob.“ Er forderte die Bundesregierung auf, die Grenzen für Erntehelfer so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Aber selbst wenn dies geschehe, sei unklar, ob die Saisonkräfte tatsächlich zurückkämen.

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Foto: Fast ausverkauftes Obst im Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur

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