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Arbeitsminister will Beamte in gesetzliche Rentenversicherung holen

Rentenversicherung, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will eine Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung. „Generell finde ich es richtig, darüber nachzudenken, im Laufe der Zeit alle in einer Erwerbstätigenversicherung zu vereinen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

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Es gehe darum, „dass wir langfristig ein System schaffen, das für alle gerecht ist“. Falls dies beschlossen werden sollte, „wird es aber in sehr langen Übergangsfristen ablaufen“, sagte der Sozialdemokrat. Zugleich wies Heil die jüngsten Vorschläge von Regierungsberatern scharf zurück, zur Stabilisierung des Rentensystems das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre anzuheben. „Das ist der falsche Weg“, sagte er den Funke-Zeitungen, denn er gehe zu Lasten der Jüngeren. Eine starre allgemeine Erhöhung des Rentenalters sei „lebensfremd und ungerecht“. Der Minister sagte: „Wer sagt, ein höheres Rentenalter befreie die Jungen von finanziellen Lasten, der verschweigt, dass die Jungen dadurch noch länger arbeiten müssen.“ Um das Rentensystem stabil zu halten, sei es vielmehr notwendig, „dass viele Leute in Arbeit sind und anständige Löhne bekommen“. Die Sicherheit der Rente entscheide sich maßgeblich am Arbeitsmarkt.

Foto: Rentenversicherung, über dts Nachrichtenagentur

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4 Kommentare

  1. Wille
    19. Juni 2021 um 9.06

    Der beste Vorschlag seid Jahren, Beamte bekommen sowieso zuviel pensionen, da ist es nur gerecht wenn sie auch in die Rentenkasse einzahlen. Und wir Schwer arbeitenden Handwerker auch zu gegebener Zeit in Rente gehen können.

    • W. Lorenzen-Pranger
      19. Juni 2021 um 15.03

      Fragen sie doch mal einen Durschnittsverdiener im Beamtentum nach seiner Pension. Dann relativiert sich aber so manches, was?
      Ach ja, und vergessen sie nicht, nach den Kosten für die, vom Gesetzgeber zwingend verordneten, privaten Krankenkasse zu fragen.
      Ich finde es immer wieder lustig, wie Vorurteile dazu führen, daß selbst dem kleinen Streifenpolizisten dann plötzlich die Pension eines Ministerialdirektors angedichtet wird. 🙂

      Kann man übrigens alles im Internet überprüfen!

      • W. Lorenzen-Pranger
        20. Juni 2021 um 9.20

        Kleiner Nachtrag: Diese Diskussion taucht recht regelmäßig immer mal wieder auf und endete bisher stets damit, daß ein etwas hellerer Kopf dann vorrechnete, daß die Pensionen für den Steuerzahler günstiger waren als die Beamten in die Rentenversicherung ( die einen solchen Namen wahrhaft nicht verdient – Beschiß wäre der treffendere Begriff) aufzunehmen. Sowohl Beamte als auch Rentner müßten schon sehr alt werden, um das einbehaltene Geld auch nur ungefähr zurück zu bekommen – aber die Mehrheit wählt halt immer wieder das Gleiche…

  2. Wej Mai
    27. Juni 2021 um 17.05

    Oh Ja , jetzt wieder Divide et impera, wir spielen das Volk gegenseitig aus und zwar den Zivilen gegen den Beamten, um die Interessen von wem durchzusetzen? Vom Staat !
    Sind die Leute denn heutzutage schon so geldgeil und egoistisch, dass sie alle nichts mehr besseres zu machen haben, als Randgruppen aus Neid und Egoismus zu treten?
    Selbst wenn ich Beamter wäre, würde es mir auch nicht zustehen, über den Handwerker zu urteilen ! Wer gibt mir das Recht dazu, bin ich denn an seiner Stelle, um mir über die Sachlage ein klares Bild verschaffen zu können? Mir kommt es eher so vor , als ob der Staat hier ein Problem damit hat, die Beamten auszuzahlen und deswegen das Volk gegeneinander aufwiegelt, um damit seine eigenen Interessen durchzusetzen.
    Sei dem Feind Nahe, aber täusche Ferne vor!