Aminata Touré fordert mehr Mut gegen Rassismus

Flüchtling, über dts Nachrichtenagentur

Kiel (dts Nachrichtenagentur) – Aminata Touré, Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des schleswig-holsteinischen Landtags, fordert nach dem gewaltsamen Tod des US-Amerikaners George Floyd in Polizeigewahrsam mehr Mut und deutliche Positionierungen gegen Rassismus. „Wir brauchen, dass sich Menschen aus der Mehrheitsgesellschaft positionieren, wenn Rassismus stattfindet. Dass sie, wenn sie eine rassistische Äußerung hören, sie nicht weglächeln, sondern sagen: Das geht mir zu weit“, sagte Touré dem Nachrichtenportal Watson.

Sie stellt sich zudem hinter die Proteste in mehreren deutschen Städten als Reaktion auf Floyds Tod. Sie sehe „ganz viel Wut, berechtigte Wut“, die umgewandelt worden sei in Proteste, in Positionierungen. „Das stimmt mich gerade etwas positiver. Ich habe gerade das Gefühl: Da verändert sich etwas“, sagte die Grünen-Politikerin. Es gebe ein „ernsthaftes Auseinandersetzen mit dem, was solcher Gewalt zugrunde liegt“, nämlich mit dem Rassismus in der Gesellschaft. Von der Reaktion der Bundesregierung auf die Proteste zeigt sich Touré enttäuscht: „Ich möchte, dass unsere deutsche Politik sich positioniert zu dem Rassismus, der hier in Deutschland stattfindet. Und zwar laut, klar und hörbar.“ Sie fühle nicht, dass das ausreichend passiere. Touré, die seit 2019 als bisher jüngste Frau und erste afrodeutsche Vizepräsidentin eines deutschen Landtags ist, ruft Weiße in Deutschland dazu auf, schwarzen Deutschen besser zuzuhören – und empfiehlt eine „antirassistische Bildungsreise“. Sie verweist auf Bücher und Musik aus der Schwarzen Community in Deutschland. Schwarze Menschen in Deutschland müssten endlich mehr Gehör finden, sagte Touré.

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Foto: Flüchtling, über dts Nachrichtenagentur

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