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Admiral: Deutscher Beitrag im Kampf gegen Piraterie „unverzichtbar“

Bojen im Meer, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Trotz der rückläufigen Zahlen von Piratenüberfällen wird die Präsenz der Deutschen Marine am Horn von Afrika wohl auch weiterhin erforderlich sein. „Der deutsche Beitrag für die Operation Atalanta ist unverzichtbar“, sagte Flottillenadmiral Wilhelm Tobias Abry, der im ersten Halbjahr 2020 als stellvertretender Befehlshaber der EU-Mission „Atalanta“ eingesetzt ist, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zwar habe es den letzten größeren Übergriff im Jahr 2017 gegeben, allerdings seien die Strukturen und Netzwerke der Piraten an Land weiter intakt.

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Zudem gebe es immer wieder Einzelfälle, die von den Marinekräften genau beobachtet würden. Deutschland beteiligt sich an der Mission seit Beginn im Jahr 2008. Im Wechsel werden Luftaufklärer und Fregatten gestellt – das deutsche Mandat ist vom Bundestag auf 400 Mann begrenzt. Neben dem Anti-Piratenkampf hat „Atalanta“ bislang mehr als 450 Transporte für das Welternährungsprogramm und mehr als 130 Transporte für African Union Mission in Somalia sicher eskortiert. Abry, der auch Kommandeur der Marineschule in Flensburg-Mürwik ist, sagte der NOZ: „Aus meiner jetzigen Verantwortung erkenne ich eine strategische Relevanz, sichere Seewege für uns Europäer und damit auch für uns Deutsche zu garantieren.“ Dazu müsse „eine regelbasierte Ordnung auf See durchgesetzt werden“, so der Flottillenadmiral. Als Kommandeur der Marineschule hob Abry zudem die Unverzichtbarkeit einer nautisch-seemännischen Grundausbildung auf einem Segelschulschiff hervor. Deshalb sei die Sanierung der „Gorch Fock“ für das Offizierskorps der Marine ohne Alternative. „Mit Blick auf die kommenden Generationen der `Digital Natives` wird die Bedeutung dieses Schulschiffes steigen“, sagte Abry. Dies entspreche auch den Auffassungen der anderen an „Atalanta“ beteiligten Marinenationen.

Foto: Bojen im Meer, über dts Nachrichtenagentur

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