Theater

Staatstheater: Neuer Spielplan mit 30 Premieren

Generlaintendant Christian Firmbach stellt den Spielplan 2016/17 des Oldenburgischen Staatstheaters vor.

Generlaintendant Christian Firmbach stellte heute den Spielplan 2016/17 vor.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) – 30 Premieren und 19 Wiederaufnahmen sowie vier Festivals in verschiedenen Sparten hält die Spielzeit 2016/17 des Oldenburgischen Staatstheaters bereit. Generalintendant Christian Firmbach stellte gestern den neuen Spielplan vor und unterstrich den Anspruch des Hauses, „dass möglichst jeder in der Schaufensterauslage des Theaters etwas findet. Schließlich ist das unsere Pflicht als Alleinversorger.“

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Offenbar gelingt das dem Intendanten gut. Immerhin stieg die Besucherzahl leicht auf 204.000. Allein um acht Prozent konnten die Abos gesteigert werden, so dass mittlerweile 7000 Theaterbesucher ein Abo haben. „Das ist ein privilegierter Zustand“, kommentierte Firmbach und glaubt mit seiner Spielplanmischung den Nerv und das Herz von Stadt und Region getroffen zu haben. „Unser Anspruch, Stellung zum gesellschaftspolitischen Geschehen zu beziehen sowie die ausgeprägte Leidenschaft Kunst von großer Schönheit und Prägnanz zu produzieren, ist Ausgangspunkt für den Spielplan.“

Mit der Uraufführung unter dem Arbeitstitel „Der Golem“ eröffnet das Schauspiel am 26. August die neue Saison in Kooperation mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst, ein neues Programm zur Förderung zeitgenössischer Dramatik. Tobias Ginsburg, erster „Writer in Residence“, setzt sich mit den Ideen des Transhumanismus, Erinnerungs- und Gedächtnisforschung und dem Traum vom neuen Menschen auseinander.

Die Oper startet am 17. September mit Verdis „Macbeth“ unter Leitung des neuen Generalmusikdirektors Hendrik Vestmann, der Roger Epple folgt, der auf eigenen Wunsch das Haus verlässt. Zu den Höhepunkten im Opernbereich dürfte der Auftakt des Ringzyklus von Richard Wagner zählen. Zu den Raritäten im Spielplan gehört die Erstaufführung und Tragikomödie „Yvonne, Princesse de Bourgogne“ des Komponisten Philippe Boesmann. Zudem präsentiert Hendrik Vestmann mit dem Staatsorchester einen reichhaltiges Konzertangebot unter anderem mit acht Sinfonie- und sechs Kammerkonzerten sowie Liederabenden.

Die BallettCompagnie Oldenburg ist die erste europäische Compagnie, die im Rahmen eines Doppelbandes das Werk „Imago Suite“ von Alwin Nikolais tanzt, dass am 1. Oktober Premiere feiern wird. Im zweiten Teil wird erstmals das Ballett mit dem Opernchor zusammen auftreten. Außerdem können sich die Ballettfreunde auf die 13. Internationalen Tanztage im Mai 2017 freuen.

Das Niederdeutsche Schauspiel eröffnet die Saison am 6. November mit der Erstaufführung „Fro Müller mutt weg“. Sönke Wortmann hat das Buch bereits verfilmt. Außerdem können sich die Besucher auf Marc Beckers Stück „Meier Müller Schulze oder nienich wedder eensam“, eine Geiselfarce, freuen. Das Festival „PLATTart“ im Mai 2017 steht unter dem Motto „Vielfalt“.

Das Junge Staatstheater startet mit der Uraufführung „Die Glücksforscher“ in die neue Spielzeit. Regisseur Marc Becker hat mit zusammen mit einer Grundschulklasse zum Thema Glück geforscht. Die Suche nach dem perfekten Leben ist demnach wohl die beste Methode, unglücklich zu werden. Für die Kinder ist Glück zum Beispiel eine Riesenportion Pommes und danach Schokokuchen.

Schließlich reagiert die „Sparte 7“ auf aktuelle Strömungen, lädt ein zu Late-Night-Formaten, Poetry-Slams und Theater an ungewöhnlichen Orten und überwindet dabei Grenzen zwischen Schauspielern und Publikum. Hier mischen alle gleichberechtigt mit und „genau das zieht immer mehr Publikum magisch an“, wie der Intendant abschließend berichtet.

Unter www.staatstheater.de ist der Spielplan zu finden.

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2 Kommentare

  1. Werner Lorenzen-Pranger
    9. April 2016 um 22.51

    Na ja, „Alleinversorger“ stimmt ja nun nicht so ganz. Da gibts noch „Theater Hof 19“, „Theater Wrede“, „Theater k“ (Nein, Uwe Bergeest, grotesk wildes Grimassiern ist eben nicht Schauspielerei) und, natürlich das ebenfalls großartige, „Laboratorium“.
    Aber eins muß man Herrn Firmbach lassen – er macht das, so weit ich das übersehen kann, prima – und er macht sich nicht, wie sein Vorgänger, zu klein. Schon dadurch ist er, ohne daß wir uns bisher persönlich kennen, mein Freund. 🙂
    Man darf nie vergessen: Kunst ist ein Lebensmittel! Es gab Zeiten in der deutschen Geschichte, da war Kunst sogar für etliche Menschen ein Überlebensmittel!

  2. edith leidenroth
    21. Juni 2016 um 15.45

    Alleinversorger? !!! Ich konnte noch nie Karten bekommen für eine Vorstellung zu Zeiten, zu denen ich hätte das Theater besuchen können. Meine Theatersehnsucht wird dagegen wunderbar gestillt im
    Theaterlaboratorium, zufriedener und gedankenangeregter kann man nicht heimradeln!