Theater

Staatstheater: Das Album wird gefüllt

Das Oldenburgische Staatstheater stellte den Spielplan 2013/2014 vor, die die letzte Spielzeit von Generalintendant Markus Müller ist.

Wiederaufnahme in die Spielzeit 2013/2014: „Die Verwandlung“.
Foto: Andreas J. Etter

Oldenburg (am) Das Oldenburgische Staatstheater stellte kürzlich den Spielplan für die Saison 2013/2014 vor. Es ist die letzte Spielzeit unter der Leitung von Generalintendant Markus Müller. Unter dem Thema „Einen Moment anhalten“ stehen 32 Premieren, darunter neun Uraufführungen, und 22 Wiederaufnahmen auf dem Programm.

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„Einen Moment anhalten“

Einen Moment festhalten, die Zeit zurückspulen, aus dem Gewimmel zurücktreten, das kann Theater bieten. Einen Moment innehalten ist das Thema, dem sich das Oldenburgische Staatstheater in der Saison 2013/2014 widmen will. Das Programm beinhalte einen „Bogen aus den letzten acht Jahren“, so Generalintendant Markus Müller, die letzten Seiten eines Albums würden gefüllt werden und es seien Herzensangelegenheiten des Publikums und des Ensembles aufgegriffen worden.

Was gibt’s Neues?

Insgesamt stehen 32 Premieren auf dem Spielplan der kommenden Saison, darunter neun Uraufführungen. Zum dritten Mal in Folge bleibt das Schauspiel-Ensemble konstant. Die Tanzsparte wird um vier Tänzer erweitert, es tanzen zwölf Ensemblemitglieder aus neun Ländern. Zudem wird ein weiterer Bariton und ein Sänger in einem Spezialfach engagiert. Thomas Dorsch und Jeason Weaver verlassen das Staatstheater. Der Aufsichtsrat des Staatstheaters hat beschlossen, die Eintrittspreise für das Musiktheater merkbar zu erhöhen. Eine Studie habe ergeben, dass die Preise signifikant zu niedrig sind im Vergleich mit anderen Häusern, so Müller. Zudem werden die ersten drei Kategorien des Niederdeutschen Schauspiels sowie die die Opernpreise in der ersten Kategorie erhöht.

Oper

Mit einem großen Werk der deutschen Operngeschichte eröffnet das Musiktheater die Saison am 5. Oktober. „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner (1865) wird von Alexander Müller-Elmau inszeniert. Die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Roger Epple. Weitere Premieren: „Die Fledermaus“, „OPERation X: Lohengrin“, „Cosi Fan Tutte“, „Eugen Onegin“ und „Albert Herring“. Wiederaufnahmen: „Carmina Burana“, „La Bohéme“, „Die Zauberflöte“, „The Rake’s Progess“, „Otello“ und „Der Barbier von Sevilla“. Müller betont, dass das bunte Programm den Ensemblemitglieder eine adäquate Präsentation böte und sie sich deutlich in Szene setzen könnten. (Sechs Premieren, sechs Wiederaufnahmen)

Schauspiel

Auch im Schauspiel wird eine große Bandbreite an Themen geboten und die Auseinandersetzung mit Autoren fortgesetzt. Den Auftakt macht „Woyzeck“ von Georg Büchner mit Musik von Tom Waits am 13. September. Inszeniert wird „Woyzeck“ vom leitenden Hausregisseur K.D. Schmidt. Premieren: „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ (Edward Albee), „Archiv des Unvollständigen“ (Thom Luz & Laura de Weck), „Deportation Cast“ (Björn Bicker), „Der Revisor“ (Nikolai Gogol), „Hedda Gabler“ (Henrik Ibsen), „Quartett“ (Heiner Müller), „Der Prozess“ (Franz Kafka), „Munch und Van Gogh – Der Schrei der Sonnenblume (Marc Becker), „Ein neues Stück“ (Jan Neumann) und „Monty Python’s Spamalot“ (John du Prez & Eric Idle). Wiederaufnahmen: „Der Kirschgarten“, „Dantons Tod“, „Die Verwandlung“, „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, „Heute weder Hamlet“, „Indien“, „Marx macht mobil“, „Aus der Mitte der Gesellschaft“ und „Avanti Infantilitanti“.

Tanz

„Sehnsucht, limited edition“ von Koen Augustijnen feiert am 6. März Premiere in der Exerzierhalle. Darüber freut sich Tanzchef Honne Dohrmann besonders, denn um die Produktion mit Livemusik habe sich das Oldenburgische Staatstheater vier Jahre lang bemüht. Weitere Premieren: „… was sie bewegt“ (Sungyop Hong), „Finale Grande“ (Guy Weizman & Roni Haver) sowie ein noch NoName-Stück im Austausch mit dem Theater Bremen.

Junges Staatstheater

Auch in der kommenden Saison ist das gesamte Ensemble an den Produktionen für das Junge Staatstheater beteiligt. Premieren: „Superhero“, „Flusspferde un anner peer“ (Niederdeutsch), „Die Weihnachten des Mr. Scrooge“, „Deesje macht das schon“, „De Koh Rosmarie“ (Niederdeutsch) und „Der Fuchs, der den Verstand verlor“. Wiederaufnahmen: „Die kleine Zoogeschichte“, „Das doppelte Lottchen“, „Sturmkind“, „Tschick“, „Ein Schaf fürs Leben“ und „Niemandstag“. Es gibt Überschneidungen mit anderen Sparten, die im Text nicht doppelt erwähnt werden.

Niederdeutsches Schauspiel

Das Niederdeutsche Schauspiel bringt „Moby Dick“ (Herman Melville“ auf die Bühne. Dafür werden Oldenburger Laiendarsteller gesucht (siehe unten). Weitere Premieren: „De oole Daam“ (Friedrich Dürrenmatt), „Emmas Glück“ (Claudia Schreiber) und die Komödie „Männerhort – Een Platz för Kerls“ (Kristof Magnusson). Der „Männerhort“ wird an verschiedenen Spielstätten in Geschäftsräumen der Oldenburger Innenstadt aufgeführt.
Das Niederdeutsche Schauspiel am Oldenburgischen Staatstheater sucht für die Theaterproduktion „Moby Dick“ im Herbst 2013 männliche Laiendarsteller aus aller Welt. Sie sollten zwischen 20 und 45 Jahre alt sein und Lust haben, aus ihrem Leben zu erzählen. Erste Bühnenerfahrung und Plattdeutsch-Kenntnisse sind wünschenswert, aber keine Bedingung. Eine geringe Aufwandsentschädigung wird geboten. Die Proben finden überwiegend abends statt: zwei Wochen im Frühsommer und von August bis Oktober. Informations- und Auswahlworkshop: 27. und 28. April im Staatstheater. Anmeldung bis zum 22. April bei: Gesche Gloystein, gesche.gloystein@staatsheater-ol.niedersachsen.de, Telefon: 0441/2225-202.

Konzert

Generalmusikdirektor Roger Epple bezieht sich in seinem Spielplan auf die Opernproduktionen und möchte andere Seiten der Dirigenten zeigen. Der rote Faden geht von „Tristan und Isolde“ aus und stellt das kompositorische Urfeld von Wagner in den Mittelpunkt, auch seine „Gegner“ wie Brahms und Bülow werden gespielt. Insgesamt werden acht Sinfoniekonzerte, das Neujahrskonzert, ein Barockkonzert und sechs Kammerkonzerte aufgeführte. Das „Ventapane Quartett“ wird die zwei Schlosskonzerte nachholen, die in dieser Spielzeit wegen Krankheit ausfallen mussten. Der Verein der Musikfreunde Oldenburg lädt zu vier Klaviermatineen, einem Neujahrskonzert und einem Sonderkonzert „WortSpiel“ ein.

Festivals und besondere Produktionen

  • Georg Büchner Wochenende
    „Dantons Tod“, „Woyzeck“ und „Woyzeck. Blut. Lenz“ werden vom 17. bis zum 19. Oktober aufgeführt. Büchner wird damit an seinem 200. Geburtstag geehrt.
  • „Wagner – Gender – Mythen“
    Vom 15. bis 17. November findet in Kooperation mit der Universität Oldenburg ein internationales und interdisziplinäres Symposium zu Richard Wagners „Tristan und Isolde“ statt.
  • „Blankenburg“ / Kooproduktion mit werkgruppe 2
    Das musikalisch-dokumentarische Theaterprojekt feiert seine Premiere am 5. Juni 2014 auf dem Gelände des Klosters Blankenburg. Das ehemalige Dominikanerkloster Blankenburg wurde bereits im Mittelalter als Lager für Pestkranke genutzt, später als psychiatrische Anstalt, SA-Arbeitslager, Lazarett und Aufnahmelager für Asylbewerber. Gemeinsam mit der Göttinger werkgruppe 2 wird ein Theaterstück über die Geschichten der Bewohner erarbeitet. Inszeniert wird „Blankenburg“ von Julia Roesler.
  • Festival „Go West“
    Theater aus Flandern und den Niederlanden, 6. bis 9. März 2014. Ein Stück von Jan Neumann wird zur Uraufführung kommen.
  • 24. Bundestreffen der Jugendclubs an Theatern, 14 bis 19. Oktober 2013
  • 2. TheaterCampus „Mehr Drama“, 18. bis 24. November 2013

Familienkonzert und musikpädagogische Konzerte für ein Publikum ab sechs Jahren stehen ebenfalls auf dem Programm. Eine Ferientheaterwerkstatt, offene Workshops, Kurzeinführungen, Opernmatineen, Tag der offenen Tür und Klassenprojekte sind geplant. Die Veranstaltungsreihen „Migration. Geschichten bewegen Grenzen“ und „EinBlick“ werden wieder stattfinden. Besonders erwähnenswert: Die „Extra-Nacht“ in der Exerzierhalle bietet ein kostenloses Latenight-Programm.

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