Kultur

Reise durch die Welt der Glaubenssysteme

Der Begleitband zur gleichnamigen Sonderausstellung des Landesmuseums Natur und Mensch Eigen und fremd in Glaubenswelten ist erschienen.

Schädel mit Maske aus Borneo.
Foto: Kehmeier

Anzeige

Oldenburg (pm) – Der Begleitband zur Ausstellung „Eigen und fremd in Glaubenswelten“ ist erschienen. Das Buch zur gleichnamigen Sonderausstellung des Landesmuseums Natur und Mensch vermittelt einen Eindruck von Glaubensvorstellungen verschiedener Kulturen und den damit verbunden Bräuchen und Praktiken quer über den Globus.

Reich bebildert wirft der Begleitband sogleich ein Schlaglicht auf die bislang wenig publizierten ethnologischen Sammlungen des Museums und setzt die ausgewählten Exponate in einen glaubenskulturellen Kontext.

Die Fähigkeiten Glaubensvorstellungen und Religionen zu entwickeln, sind nach dem jetzigen Stand der Forschung nur dem Menschen eigen. Der erstaunlichen Vielfalt an Glaubensvorstellungen stehen Gemeinsamkeiten in Mythen und Vorstellungen gegenüber, die in Varianten in nahezu allen Glaubenswelten vorkommen. Das gilt für Naturereignisse wie große Fluten, für Opfergaben, Namensgebungen und vieles mehr. Das Buch schafft Zusammenhänge zwischen hinduistischen, buddhistischen, mono-theistischen und animistischen Glaubensinhalten und Ritualen.

Ausgangspunkt für die Betrachtungen des Ausstellungskurators und Autors Glenn Arthur Ricci waren die ethnologischen Objekte der Sammlungen des Museums. Sie stammen aus Ländern rund um die Welt und wurden in den ehemaligen deutschen Kolonien, von Touristen in fernen Ländern oder von Seefahrern gesammelt. In der Regel handelt es sich um Alltagsgegenstände, Waffen oder rituelle Objekte, die zur jeweiligen Zeit verwendet wurden. Anstatt sie nun aus säkularer Sicht zu interpretieren, stellt der Band die Objekte im Kontext ihrer Ursprungskultur vor.

So wird der Speer nicht als Waffe betrachtet, sondern als Werkzeug, das für heilige Rituale eingesetzt wird, und wird das Kreuz nicht als Mittel zur Exekution von Verbrechern präsentiert, sondern als bedeutsames Symbol des Christentums. „Die überraschenden und bisweilen provokanten Gegenüberstellungen zeigen, dass Glauben eine kulturelle Errungenschaft der Menschen ist und bei aller kulturellen Diversität hohen gegenseitigen Respekt verdient“, fasst Museumsleiter Dr. Peter-René Becker das Anliegen von Buch und Ausstellung zusammen.

Noch bis 12. April 2015 zeigt das Landesmuseum Natur und Mensch die Ausstellung „Eigen und fremd in Glaubenswelten“. Viele der über 300 ethnologischen Originale waren zuvor noch nie öffentlich zu sehen. Der umfassende Band ist im Isensee-Verlag erschienen und kostet 19,80 Euro.

Vorheriger Artikel

Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs tritt zurück

Nächster Artikel

Weser-Ems bereitet sich auf EU-Fördermittel vor