Kultur

Plakatherbst: Kunst der Straße in Oldenburg

Provenienzforscher Dr. Marcus Kenzler zeigt in der Kabinettschau im Prinzenpalais am Damm Weihnachtsplakate der 1950er und 1960er Jahre aus West- und Ostdeutschland.

Provenienzforscher Dr. Marcus Kenzler zeigt in der Kabinettschau im Prinzenpalais am Damm Weihnachtsplakate der 1950er und 1960er Jahre aus West- und Ostdeutschland.
Foto: Volker Schulze

Oldenburg (vs) Sie begegnen uns überall, die bunten Plakate in allen Größen, die für Veranstaltungen werben oder uns zum Konsum verlocken sollen. Ob in Geschäften, an Bushaltestellen, auf Plakatwänden oder an Litfaßsäulen, sie sind allgegenwärtig und das schon seit der Renaissance. Auch im Zeitalter der Digitalisierung gehören Werbeplakate immer noch zu den wichtigsten visuellen Kommunikationsmitteln. Die Ausstellung „Oldenburger Plakatherbst“ im Oldenburger Schloss und Prinzenpalais widmet sich vom 20. November bis zum 12. Dezember in gleich drei verschiedenen Themenschwerpunkten erstmals dieser Kunst der Straße.

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Die Oldenburger Medienagentur Mediavanti und das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg präsentieren in ihrer erneuten Zusammenarbeit im Schloss die beiden Ausstellungen „100 beste Plakate 20 – Deutschland, Österreich, Schweiz sowie „Brandspuren – Filmplakate aus dem Salzstock“. Im Prinzenpalais ist die Kabinettschau „Zwischen Kunst und Werbung – Weihnachtsplakate der 1950er und 1960er Jahre“ zu sehen. Diese Plakate aus der Zeit des Wirtschaftsbooms und dem damit verbundenen neuen Höhepunkt der Plakatkunst in Deutschland sind bis zum 9. Januar zu sehen.

Plakatkunst im Oldenburger Schloss

„Plakate sind ein demokratisches Medium, das für alle zugänglich und im besten Fall auch für alle verständlich ist. Sie sind Orts-, Zeit- und Themen umspannend“, sagt Dr. Anna Heinze, stellvertretende Direktorin des Landesmuseums. „Mit den Ausstellungen widmen wir uns endlich einem viel zu selten betrachteten Bereich der angewandten Kunst und seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten“, so die stellvertretende Direktorin weiter. Der „Oldenburger Plakatherbst“ spannt dabei einen Bogen vom letzten Jahrhundert bis in die Gegenwart.

„Brandschau“ zeigt verschollene Filmplakate

Besonders erfreut ist Mediavanti-Geschäftsführer Claus Spitzer-Ewersmann über die „Brandschau“, die von einem Brand beschädigte und jetzt restaurierte historische Filmplakate zeigt. Diese Plakate wurden Ende der 1980er Jahre in einem verlassenen Salzbergwerk in Grasleben bei Helmstedt gefunden. In dem Salzstollen lagerten die Nationalsozialisten das Reichsfilmarchiv, das 1943 das erste zentrale staatliche Filmarchiv in Deutschland war. Für die Ausstellung in Oldenburg wurden 24 von der Deutschen Kinemathek aufwendig restaurierte Filmplakate ausgewählt, die zum ersten Mal in Niedersachsen zu sehen sind.

„100 beste Plakate“ erstmals in Norddeutschland

Der länderübergreifende Wettbewerb „100 beste Plakate“ gilt als Pulsmesser des zeitgenössischen Plakatdesigns und vereint in Oldenburg erstmals die Gewinnerplakate aus dem Jahr 2020. Nach den Worten von Claus Spitzer-Ewersmann gibt dieser Wettbewerb einen umfassenden Überblick über aktuelle Trends und innovative Ansätze und zeigt den kreativen Reichtum des Kommunikationsdesigns im deutschsprachigen Raum.

Weihnachtsplakate im Prinzenpalais

Die Kabinettschau im Prinzenpalais am Damm zeigt Weihnachtsplakate der 50er und 60er Jahre zwischen Kunst und Werbung. Aus West- und Ostdeutschland sind Plakate der 1950er und 1960er Jahre zu sehen, die die Bandbreite zwischen Abstraktion und der Abbildung eines stimmungsvollen Weihnachtsfestes zeigen.

Film, Vorträge und Workshops im Rahmenprogramm

Begleitet wird der „Oldenburger Plakatherbst“ von einem umfangreichen Rahmenprogramm. Dazu gehört unter anderem am Sonntag, 28. November, die Premiere des Films „Das Reichsfilmarchiv – Geschichte einer deutschen Institution“. Dazu werden die Bürgermeisterin von Grasleben und der ehemalige Leiter des Salzbergwerkes erwartet.

Dr. Anna Heinze, stellvertretende Direktorin des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, und Claus Spitzer-Ewersmann, Mediavanti Geschäftsführer, freuen sich über die erneute Zusammenarbeit für den „Oldenburger Plakatherbst“.

Dr. Anna Heinze, stellvertretende Direktorin des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, und Claus Spitzer-Ewersmann, Mediavanti Geschäftsführer, freuen sich über die erneute Zusammenarbeit für den „Oldenburger Plakatherbst“.
Foto: Volker Schulze

Kinomalerin Katrin Wulfers, eine der letzten drei ihrer Zunft in Deutschland, erzählt am Dienstag, 30. November, über ihre Arbeit, die überdimensionalen, handgemalten Filmplakate zu erstellen.

Am Puls der Zeit ist Cihan Tamti, der als Kommunikationsdesigner bereits für Unternehmen wie Calvin Klein und Adobe gearbeitet hat. In den sozialen Medien ist der junge Künstler ebenfalls aktiv und berichtet dort über seine Arbeiten. In Oldenburg ist Cihan Tamti am Dienstag, 7. Dezember, zu Gast.

Zum weiteren Programm gehören Workshops und Führungen. Weitere Informationen zu den Ausstellungen sowie das Programmheft sind unter www.oldenburger-plakatherbst.de zu finden.

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