Kultur

Museum erhält Holzkasten von Schmidt-Rottluff

Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, und Prof. Dr. Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.

Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, und Prof. Dr. Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb/pm) Einen um 1920 geschnitzten und bemalten Holzkasten überreichte die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, gestern dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.

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Der mit figürlichem, expressivem Relief beschnitzte und bemalte Holzkasten ist das früheste bekannte Exemplar einer Serie von figurativ gestalteten Kästen des Künstlers. Karl Schmidt-Rottluff, der zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe Brücke gehörte, fertigte, neben der intensiven Auseinandersetzung mit malerischen und grafischen Techniken, zeitlebens auch plastische Arbeiten aus Stein, Holz und Metall an. Arbeiten wie diese entstanden für den engsten Kreis seiner Freunde und Förderer, zu denen vor allem die Hamburger Sammler Rosa Schapire und Wilhelm Niemeyer zählten. Auch das jüngst erworbene Exemplar stammt aus dem engen Umkreis Niemeyers.

Das Werk Schmidt-Rottluffs ergänzt den Sammlungsschwerpunkt zur Kunst des Brücke-Expressionismus und der Klassischen Moderne im Landesmuseum und wird künftig in der Galerie Neue Meister im Prinzenpalais ausgestellt. Es fügt sich in die Tradition des Landesmuseums ein, Hauptwerken des Expressionismus auch angewandte Arbeiten derselben Künstler zuzuordnen.

Gerhard Wietek, aus dessen Nachlass der Holzkasten stammt, kuratierte 1957 im Oldenburger Schloss die Ausstellung „Maler der Brücke in Dangast von 1907 bis 1912“ und leitete damit die Wiederentdeckung der Kunst der Brücke im Oldenburger Land ein. Ein über 750 Autographen von Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Emma Ritter, Julia Feininger, Rosa Schapire und Franz Radziwill umfassendes Konvolut wurde im Januar 2013 bereits dem Landesmuseum Oldenburg als Schenkung der Erben Wieteks übergeben.

„Ich freue mich, dass eine wirklich herausragende kunstgewerbliche Arbeit dieses bedeutenden Expressionisten nun die Expressionismus-Sammlung unseres Oldenburger Landesmuseums ergänzt“, erklärte die Ministerin. Zusammen mit zwei aquarellierten Postkarten Franz Radziwills und Fritz Stuckenbergs konnte das Werk Schmidt-Rottluffs mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur aus dem Nachlass des 2012 verstorbenen Kunsthistorikers Gerhard Wietek erworben werden.

„Ich freue mich sehr, dass wir die Oldenburger Sammlung bedeutender Werke des Brücke-Expressionismus nun durch eine hervorragende kunsthandwerkliche Arbeit Schmidt-Rottluffs erweitern können. Für Oldenburg und den Aufbruch der Region in die Moderne spielte Schmidt-Rottluff eine entscheidende Rolle. Mit einem nun einzigartigen Archivbestand und bedeutenden Werken aus allen Bereichen seines Schaffens ist sein Werk im Landesmuseum exzellent vertreten“, freut sich Prof. Dr. Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg über die Zugänge.

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