Ausstellung

Oldenburger Schloss: Wahre Bilderpracht

Das Pfingstbraut-Spiel um 1620 von Pieter Brueghel d.J.

Das Pfingstbraut-Spiel um 1620 von Pieter Brueghel d.J.
Foto: privat

Oldenburg (zb) Die Anhaltische Gemäldegalerie beherbergt mit rund 1500 Werken die größte Sammlung alter Malerei in Sachsen-Anhalt. Jetzt geht eine Auswahl der Meisterwerke erstmals auf Reisen und ist bis zum 18. August im Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen. Landschaften, Porträts und Genrestücke von Künstlern wie Lucas Cranach d. ƒ., Bartholomäus Bruyn, Pieter Brueghel, Salomon van Ruysdael oder Johann Friedrich August Tischbein werden in Oldenburg gezeigt.

Anzeige

„Von Lucas Cranach bis Wilhelm Trübner – Meisterwerke der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau“ heißt die Ausstellung, die herausragende Altmeister im Schloss präsentiert. „Im Mittelpunkt steht der Beziehungswandel zwischen Mensch und Lebenswelt wie er sich in der Malerei von der Renaissance bis in das 19. Jahrhundert darstellt“, berichtet Dr. Alice Anna Klaassen, Abteilungsleiterin Galerie Alte Meister im Landesmuseum. „Die idealtypischen, formenstrengen Bildnisse der Renaissance treffen auf barocke Darstellungen voller Körperlichkeit und Dynamik. Die Werke repräsentieren die Blütezeit der deutschen, flämischen und holländischen Malerei“, sagt sie weiter.

1927 richtete der damalige Freistaat Anhalt im Schloss Georgium das Museum ein, das heute rund 1500 Gemälde beherbergt. Die Anhaltische Galerie geht auf Herzogliche Sammlungen zurück und ist im Schloss Georgium, das auf der Welterbe-Liste der Unesco steht, untergebracht. Sie umfasst deutsche Gemälde vom Spätmittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert sowie einen herausragenden Bestand an niederländischer Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts. Eine kleinere Kollektion von Werken des späten 19. und 20. Jahrhunderts rundet die Sammlung ab.

„Mit Oldenburg teilt die Anhaltinische Gemäldegalerie die faszinierende Geschichte fürstlicher Sammlungen in der Provinz. Sowohl in Dessau als auch in Oldenburg sind die Gemäldegalerien als Ausdruck höfischer Repräsentationskultur entstanden und dienten der Bestätigung des kulturellen Selbstbewusstseins der Herrscherfamilien und ihrer Höfe“, sagt Dr. Rainer Stamm, Direktor des Oldenburger Landesmuseums.

Das Schloss Gergium wird gegenwärtig saniert, so dass mit 100 Bildern erstmals ein Teil dieser Sammlung auf Reisen gehen kann und in Oldenburg Station macht. Gezeigt wird eine wahre Bilderpracht, die den Besucher staunen lässt. Inhaltlich passen sie sehr gut zur ebenfalls fürstlichen Sammlung in Oldenburg. Deshalb stellt Alice Anna Klaassen zum Beispiel ein Porträt des Flamen Nicolas Neufchatel aus der Oldenburger Sammlung neben das Werk aus der Anhaltischen Galerie. Christoph Ludwig Agricola, der ebenfalls zu sehen ist, war der Lehrer von Hilfgott Brandt, von dem das Landesmuseum ein Bild beisteuert und somit die Lehrer-Schüler-Beziehung darstellt.

So können sich die Besucher auf Lucas Cranachs d.ƒ., Porträt von Margarethe von Österreich um 1530, „Das Pfingstbraut-Spiel“ um 1620/23 von Pieter Brueghel d.J., den salutierenden Schusterjungen von Wilhelm Trübner um 1875 oder auf den Patrizier, der gerade seiner Braut den Ring reicht gemalt von einem unbekannten Meister um 1484, freuen.

Vorheriger Artikel

Nach der Diagnose Krebs ist nichts wie es war

Nächster Artikel

Per Rad auf „Tour für Bo“