Ausstellung

Martin Luther: Die Reformation im Bild

Die Sündfluth und Arche Noah, Biblia, Basel (1784).

„Die Sündfluth und Arche Noah“, Biblia, Basel (1784).
Foto: Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

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Oldenburg (zb) – „Martin Luther und die Welt der Bilder“ lautet der Titel einer Sonderausstellung im Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, die Sonntag eröffnet wird. „Die hochwertige Sammlung des Landesmuseums illustriert mit rund 260 bisher nicht oder kaum gezeigten Werken die Neuvisualisierung der Bibelworte, die Martin Luther (1483-1546) mit Lucas Cranach d.Ä. entworfen hat und die die Welt reformieren sollte“, berichtet Dr. Siegfried Müller, Kurator der Ausstellung.

Mit der Reformation setzte auch in Nordwestdeutschland eine tiefgreifende Durchdringung und Umgestaltung aller Lebensbereiche auf reformatorischer Grundlage ein. Fortan spielte das gemalte Evangelium für Luther eine entscheidende Rolle. „Er erkannte die didaktischen Möglichkeiten von bildenden Darstellungen insbesondere angesichts des vorherrschenden Analphabetentums seiner Zeit. „Mithilfe von Bildern versuchte er die Menschen zu einem festen Glauben zu erziehen, ein neues Moralbild zu prägen und reformatorische Werte zu vermitteln“, erläutert Müller.

Ganz anders als seine Zeitgenossen, die die Anbetung religiöser Bilder als frevelhaft ansahen und die Beseitigung der katholischen Götzenbilder forderten. Bilder an sich seien nicht schädlich, hielt Luther ihnen entgegen. Es käme auf den Umgang mit ihnen an. Die visualisierten Botschaften aus der Heiligen Schrift sollten vor allem den des Lesens und Schreibens Unkundigen helfen, die Inhalte der Predigten besser zu verinnerlichen.

Er wollte die Menschen zu langfristigen religiösen und weltlichen Verhaltensveränderungen bewegen. „Er wünschte, dass die Gläubigen nicht nur in der Kirche durch Predigt und Kirchenausstattung mit der Bibel vertraut gemacht wurden. Auch im täglichen Leben hielten religiöse Motive Einzug. Der Reformator verstand dies als „eyn Christlich werk““, berichtet Müller.

So präsentiert die Ausstellung Objekte mit Bildmotiven des 16. bis 18. Jahrhunderts aus dem Leben der Bauern, Bürger und Adligen, die der neuen, von Luther ausgehenden reformatorischen Bildwelt entstammen. Die visualisierten Wertvorstellungen und Handlungsaufforderungen finden sich auf sakralen Gegenständen, aber auch auf Möbeln, Ess- und Trinkgeschirr, Ofenplatten und –kacheln, Fliesen, Tabakdosen, Messingschüsseln und Medaillen.

Die Ausstellung ist bis zum 12. Juli im Oldenburger Schloss Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Weitere Informationen unter www.landesmuseum-ol.de.

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