Wirtschaft

Heiko Henke wird neuer HWK-Hauptgeschäftsführer

Wirtschaftsminister Olaf Lies will mit Klaus Higgen, Wilfried Müller, Manfred Kater, Heiko Henke und Michael Koch an einem Strang ziehen.

Wirtschaftsminister Olaf Lies (3. von links) will mit Klaus Higgen, Wilfried Müller, Manfred Kater, Heiko Henke und Michael Koch (von links) an einem Strang ziehen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg/zb – Die Vollversammlung der Handwerkskammer (HWK) Oldenburg hat heute Heiko Henke, stellvertretender HWK-Hauptgeschäftsführer, zum Nachfolger von Manfred Kater, HWK-Hauptgeschäftsführer, gewählt. Der 52-jährige Jurist tritt sein Amt Ende 2014 an.

Henke ist seit 2000 als Geschäftsführer sowie Geschäftsbereichsleiter Bildung bei der HWK tätig. Zu seinem Stellvertreter wurde Klaus Higgen gewählt, der seit 2001 die Innere Verwaltung der Kammer leitet. Der 52-Jährige wurde 2008 zum Geschäftsführer ernannt.

Außerdem sprach sich die Vollversammlung einstimmig für den Bau der Küstenautobahn A 20 als wichtigste Ost-West-Verbindung im Norden Deutschlands aus. „Die Stärkung der maritimen Wirtschaft und eine gute Anbindung des Hinterlandes wird auch positive Auswirkungen für das Handwerk mit sich bringen“, ist HWK-Präsident Wilfried Müller überzeugt.

Er dankte zudem der Landesregierung für die finanzielle Unterstützung der energetischen Modernisierung des Berufsbildungszentrums. Eine gute Aus- und Weiterbildung seien mit Blick auf den Fachkräftebedarf unerlässlich. Viele der 12.481 Mitgliedsbetriebe würden dringend Fachkräfte suchen.

Lies, der den Gastvortrag hielt, hob die intensive und konstruktive Zusammenarbeit mit der Kammer hervor. Im Gegenzug lobte der Präsident den offen geführten Dialog mit dem Minister u.a. zum neuen Tariftreue- und Vergabegesetz. Er habe gemeinsam mit Handwerksvertretern für einen fairen Wettbewerb der Handwerksunternehmen um Aufträge gesorgt und vor allem auch kleine und mittlere Betriebe der Region damit gestärkt, hieß es.

Um gute Fachkräfte im Handwerk zu halten, empfahl Lies eine verlässliche Tarifstruktur. Ansonsten bestehe immer die Gefahr, dass die qualifiziertesten Handwerker von der oft besser bezahlenden Industrie abgeworben würden. Damit das Handwerk für den Nachwuchs attraktiv bleibt, sollen Gründer und jene, die Betriebe übernehmen, ab 2014 günstige Kredite in Anspruch nehmen können. Und weil Handwerksbetriebe sich keine eigenen Forschungsabteilungen leisten können, wird es künftig ein Innovationsförderprogramm seitens der Landesregierung geben, kündigte der Minister an.

„Wir müssen uns viel intensiver um das Handwerk, die Macht von nebenan, kümmern“, erklärte Lies und berichtete vom Fachkräftesicherungskonzept, das sein Haus gemeinsam mit der Kultusministerin erarbeitet hat. „Hier geht es um pragmatische Ansätze, die fest etabliert werden sollen und eben nicht um Projekte, die irgendwann auslaufen, selbst wenn sie gut waren.“

Konkret will Lies Berufsorientierung in allen Schulformen installieren. „Zu viele Schulabgänger favorisieren Schule nach der Schule“, erklärte Lies. „Wir müssen ihnen bei der Orientierung helfen. Wollen sie studieren, dann sollen sie weiter lernen, oder wollen sie in den Beruf, dann brauchen sie eine Lehrstelle und können danach weiter lernen bis zum Meisterbrief, der auch zum Studium berechtigt.“

Lies will aber auch die vielen tausend Menschen ab 25 ohne Ausbildung aktivieren und zwar gemeinsam mit dem Handwerk als Partner. Erste Versuche laufen bereits. Sie sollen auf alle Kammerbezirke übertragen werden, um möglichst viele Betroffene zu qualifizieren. „Entsprechend werde ich mich dafür einsetzen, dass die Arbeitsagenturen, die künftig eher Fachkräfteagenturen sein werden, die nötigen Voraussetzungen bekommen, um uns dabei unterstützen zu können“, erklärte er und erhielt viel Beifall.

Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie müsse Ziel des Handwerks sein, so Lies. Weil die Betriebe nicht allein Kitaplätze installieren können, soll hier ebenfalls mit allen an einem Strang gezogen werden. Lies Vorhaben erhielten viel Beifall von den Vollversammlungsmitgliedern. Michael Koch, Hauptgeschäftsführer der Landesvertretung des Handwerks Niedersachsens, erinnerte abschließend daran, „dass die neue Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag einen eigenen Abschnitt zum Thema Mittelstand und Handwerk erarbeitet hat. Das hat es bisher so noch nicht gegeben in der Politik und zeigt uns die erhöhte Wahrnehmung für das Handwerk.“

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