Wirtschaft

Gute Laune im Oldenburger Handwerk

Stellten die jüngste HWK-Konjunkturumfrage in Oldenburg vor: Boris Jersch, Klaus Hurling, Heiko Henke und Manfred Kurmann.

Stellten die jüngste HWK-Konjunkturumfrage vor (von links): Boris Jersch, Klaus Hurling, Heiko Henke und Manfred Kurmann.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg (zb) – „Dem Handwerk im Oldenburger Land geht es gut. Es stabilisiert sich auf hohem Niveau“, erklärte Manfred Kurmann, Präsident der Handwerkskammer Oldenburg (HWK), gestern bei der Vorstellung der jüngsten Konjunkturumfrage, die sich auf die vergangenen sechs Monate bezieht und in Oldenburg vorgestellt wurde.

„Laut unserer Befragung erwarten die meisten Handwerksbetriebe ein überdurchschnittlich gutes Jahr“, berichtete Kurmann. Auch für die kommenden Monate würden gute Geschäfte prognostiziert. Die Auftragslage sei durchgängig gut, die Konsumlaune könnte kaum besser sein. „Der Privatkonsum entpuppt sich als echte Stütze“, sagte Heiko Henke, HWK-Hauptgeschäftsführer. Durch die niedrige Inflationsrate, eine solide Arbeitsmarktentwicklung und niedrige Benzinpreise hätten die Verbraucher mehr Geld in der Tasche.

Das spüren alle Branchen. So war die Rede von einer entspannten Situation für alle Handwerksbereiche. Das Kfz-Gewerbe habe sich im Vergleich zu den Vorjahren nachhaltig verbessert, die Lage in der Baubranche beruhigt, das Nahrungsmittelhandwerk sei ebenfalls zufrieden und die Gesundheitshandwerke hätten deutlich aufgeschlossen. Vor allem die Dienstleister hätten von der guten Konjunktur profitiert. „Stars unter den Dienstleistern sind die Friseure“, erklärte Klaus Hurling, HWK-Betriebsberater. „Die starke Konsumbereitschaft haben sie intensiv zu spüren bekommen.“ Die Menschen würden sich wieder mehr gönnen.

Boris Jersch, Geschäftsführer eines Malereibetriebs in Oldenburg, bestätigte die Aussagen. „Wir haben eine sehr gute Auftragslage, allerdings ungeduldige Kunden“, berichtete er. „Innerhalb von drei Wochen sollen möglichst alle Aufträge abgearbeitet sein. Das ist nicht immer machbar.“ Zudem sei es zurzeit schwer, gute Arbeitskräfte zu finden. Bezüglich der Auszubildenden vertrat er den Standpunkt, dass Betriebe, die gut aufgestellt sind und auf Qualität in der Ausbildung achten, auch gute Nachwuchskräfte finden.

Einziger Wermutstropfen ist für immer mehr Betriebe die Nachfolgeregelung. Viele Inhaber suchen händeringend nach einem geeigneten Nachfolger. „Leider fangen viele zu spät mit der Suche an“, erklärte Henke. „Mindestens zehn Jahre vor der Übergabe müsse man sich um einen Nachfolger kümmern.“ Hurling hilft Handwerksbetrieben bei der Suche, aber die gestalte sich mitunter schwierig. Dabei seien die Zukunftsaussichten für die neuen Betriebsinhaber sehr gut, betonte er. Henke vermutet, dass viele zwar die Qualifikation zum Betriebsleiter hätten, ihnen jedoch der Mut zur Selbstständigkeit fehle.

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