Wirtschaft

Genossenschaften wachsen weiter

Trotz immer schwerer werdender Rahmenbedingungen zog der Genossenschaftsverband Weser-Ems mit seinen 254 Genossenschaften und 40 Gesellschaften heute in Rastede auf der Jahrespressekonferenz eine positive Bilanz für 2014.

Präsentierten die Jahresbilanz 2014 (von links): Harald Lesch, Johannes Freundlieb und Georg Litmathe.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Rastede (zb) – Trotz immer schwerer werdender Rahmenbedingungen zog der Genossenschaftsverband Weser-Ems mit seinen 254 Genossenschaften und 40 Gesellschaften heute in Rastede auf der Jahrespressekonferenz eine positive Bilanz für 2014. „Die erzielten Ergebnisse zeigen, dass es sich bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken um ein intaktes und vitales Geschäftsmodell handelt, das sich seit 125 Jahren bewährt“, erklärte Verbandsdirektor Johannes Freundlieb.

Das Bilanzvolumen der 56 Volksbanken und Raiffeisenbanken betrug zum Jahresende 22,9 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 3,5 Prozent entspricht. Bei der Kreditvergabe wurde ein Plus von fünf Prozent verzeichnet auf über 17 Milliarden Euro. Insbesondere Dienstleistungsunternehmen, landwirtschaftliche Unternehmen und der Sektor erneuerbare Energien wurden mit Geld versorgt.

Das Einlagevolumen ist um 3,1 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro gewachsen. Weitere 6,4 Milliarden Euro legten die Mitglieder und Kunden bei den Unternehmen der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken an, so dass sich die Summe der Einlagen auf 21,2 Milliarden Euro belief. Das Kundenvolumen betrug somit insgesamt 42,4 Milliarden Euro.

„Angesichts der Niedrigzinspolitik und der zunehmenden Regulationswut wird die Ausgangslage schwieriger“, erklärte Freundlieb, der beim Ausblick auf das erste Quartal 2015 von einem langsamen Wachstum sprach. So erhöhte sich das Kreditvolumen um 1,1 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro. Die Erhöhung bei den Krediten seitens der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken betrug 2,7 Prozent. „Mit diesen 4,4 Milliarden Euro betrug das Kreditvolumen 22,04 Milliarden, einem Plus von 1,4 Prozent. Die Einlagen in den ersten drei Monaten stiegen um 1,4 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme verringerte sich geringfügig um 0,2 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro.

Verbandsdirektor Georg Litmathe kritisierte erneut die aktuelle Zinspolitik. „Die EZB sollte das Experiment negativer Einlagen beenden und reflektieren, ob nicht der Schaden der dauerhaften Niedrigzinspolitik höher ist als der erwartete Nutzen.“ Die private Altersvorsorge käme zudem unter Druck. Darüber hinaus suchten über 75 Milliarden Euro aus den Sozialkassen eine sinnvolle Anlagemöglichkeit. Die aktuelle Politik mache alle ärmer.

Die 36 Waren führenden Genossenschaften erzielten laut Freundlieb knapp 1,7 Milliarden Euro Umsatz, was einem Minus von 7 Prozent entspricht. 7,9 Millionen Tiere (2013: 7,8 Millionen) wurden von den Viehvermarktungsgenossenschaften veräußert, die einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro erbrachten. Das Minus von 6,6 Prozent war ausschließlich preisbedingt, betonte Freundlieb.

„Die Landwirtschaft kämpft gegenwärtig um ihre Akzeptanz“, erklärte Freundlieb. „Hohe Pachtpreise, das Russland-Embargo, Preisverfall, die Düngemitteldiskussion und eine ideologische Landwirtschaftspolitik in Niedersachsen machen den Landwirten das Leben schwer.“ So werden die Schweinepreise laut Freundlieb weiter im Keller bleiben und sich um 1,40 Euro das Kilogramm bewegen.

Ähnlich schlecht sieht es beim Milchpreis aus, der bei unter 30 Cent pro Kilogramm nicht ausreichend ist. Freundlieb führt das auf die abgeschaffte Milchquote zurück. „Es wurde mit einem erhöhten Milchaufkommen gerechnet, weshalb die Milchpreise sofort gefallen sind. Tatsächlich habe sich die Milchmenge nicht erhöht, die Preise seien aber tief geblieben. „Die in letzter Zeit heftig ausfallende Kritik an der Landwirtschaft beobachten wir mit Sorge“, sagte Litmathe abschließend, der mehr Aufklärung ankündigte. „Das Vertrauen in die Produkte müssen gestärkt werden.“

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