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Zugvogeltage: Wattenmeer als Treffpunkt für Millionen

Die Pfuhlschnepfe ist Titelvogel der 10. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Die Pfuhlschnepfe ist Titelvogel der 10. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.
Foto: Simonas Minkevicius

Oldenburg (zb) Wenn Zugvögel im Herbst auf Reisen gehen, ist das immer wieder ein faszinierender Anblick. Wer mehr über dieses Naturphänomen wissen will, der kann sich auf die Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer vom 13. bis 21. Oktober freuen. Dann können Interessierte ihre eigene Begeisterung für Zugvögel und den erlebbaren Vogelzug an der Küste mit vielen Menschen teilen.

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„In nur wenigen Jahren haben sich die Zugvogeltage zu einer eigenen kleinen Jahreszeit bei uns an der Küste entwickelt und sind überregional zu einem Begriff für nachhaltiges Naturerleben geworden“, stellt Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, bei der Vorstellung des diesjährigen Zugvogeltage-Programms, fest.

Doch in zehn Jahren hat sich allerhand getan. „Das Programm der 1. Zugvogeltage umfasste schon über 100 Angebote von etwa 30 Veranstaltern und begeisterte mehr als 2000 Besucher. Inzwischen sind es fast 70 Veranstalter, die das Programm mit annähernd 300 Angeboten füllen“, berichtet Peter Südbeck. Mittlerweile haben rund 100.000 Besucher an dem vielfältigen Veranstaltungsprogramm der Zugvogeltage teilgenommen, von denen viele zu Stammgästen geworden sind.

Den Organisatoren der Zugvogeltage geht es darum, Menschen, die hier wohnen und Urlaub machen, die Einzigartigkeit und Schutzwürdigkeit der Wattenmeer-Region deutlich zu machen. Dazu passt gut, dass das Wattenmeer 2009 von der Unesco als Weltnaturerbe anerkannt wurde. Ein Kriterium dafür war seine Bedeutung für den Ostatlantischen Zugweg – das zentrale Thema der Zugvogeltage.

Um diese Route des Vogelzugs, die sich von Sibirien und Grönland im hohen Norden bis nach Westafrika im Süden erstreckt, zu veranschaulichen, steht bei den Zugvogeltagen in jedem Jahr ein anderes Land auf dem Zugweg im Fokus. Zum diesjährigen Jubiläum konnte Guinea-Bissau als Partnerland gewonnen werden. Das kleine Land an der westafrikanischen Küste beherbergt in dem Bijagós-Archipel eines der wichtigsten Überwinterungsgebiete der Pfuhlschnepfe. Ein Trupp dieser für das Wattenmeer typischen Zugvogelart findet sich nicht nur im Zugvogeltage-Logo, sondern die Pfuhlschnepfe ist auch Titelvogel der 10. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist für den Vogelzug im Frühjahr und Herbst von großer Bedeutung. Denn er sorgt nicht nur für faszinierende Anblicke, sondern viele Millionen Vögel machen hier Rast. Ohne diesen Zwischenstopp im Wattenmeer wären viele Vogelpopulationen nicht in der Lage, ihren Zugweg zu bewältigen. Und damit bekommt das Wattenmeer eine weltumspannende Bedeutung und zeigt, wieso das Wattenmeer Unesco Weltnaturerbe ist.

Mit den Vogelzugtagen wollen die Verantwortlichen des Naturparks Niedersächsisches Wattenmeer Menschen jeden Alters ansprechen und deren Bewusstsein für die Bedeutung des Wattenmeeres schärfen. Entsprechend locken im Jubiläumsprogramm viele Veranstalter mit exotisch anmutenden Vortragsthemen und Bildpräsentationen oder sogar westafrikanisch inspirierten Menüs.

Nationalpark-Leiter Peter Südbeck.

Nationalpark-Leiter Peter Südbeck.
Foto: J. Asendorf / NLPV

Im Frühjahr wurde der Fotowettbewerb „Kalenderbirds“ unter dem Thema „Zugvögel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu allen Jahreszeiten“ veranstaltet. Aus über 400 Einsendungen wurden 39 von einer Fachjury ausgewählte Fotografien auf Facebook vorgestellt. Die Community stimmte über Kalenderblätter und das Titelblatt ab. Als Ergebnis wird am 7. Oktober der allererste Zugvogeltage-Kalender auf der Vernissage der dazugehörigen Ausstellung im Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum in Cuxhaven öffentlich präsentiert.

Ein Euro aus dem Verkauf jedes Kalenders dient der Unterstützung von Projekten zum Schutz der Zugvögel in den afrikanischen Ländern des Vogelzugs. „Denn ebenso wie das Wattenmeer als Zwischenstopp und Rastgebiet für die Zugvögel unverzichtbar ist, sind es auch die Brutgebiete im hohen Norden und die südlichen Überwinterungsgebiete“, betont Peter Südbeck. Die Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind somit Bestandteil vielfältiger internationaler Schutzmaßnahmen auf dem Ostatlantischen Zugweg.

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