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Synode geht erstmals auf Erkundungstour

Ungewöhnliche Wege gehen die Mitglieder der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Anlässlich der dreitägigen 3. Tagung der 48 Synode verlassen die Synodalen ihren angestammten Tagungsort und fahren nach Delmenhorst. Grund ist das Jahresthema der Synode Migration und Kirche.

Bischof Jan Janßen.
Foto: privat

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Oldenburg (zb) – Ungewöhnliche Wege gehen die Mitglieder der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Anlässlich der dreitägigen 3. Tagung der 48. Synode, die am Donnerstag in Rastede mit einem Gottesdienst beginnt, verlassen die Synodalen ihren angestammten Tagungsort und fahren nach Delmenhorst. Grund ist das Jahresthema der Synode „Migration und Kirche“.

14 verschiedene Erfahrungsorte wie z.B. das Diakonie-Nachbarschaftsbüro, die Streetwork in der Stadt, die Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe oder das Wolle-Museum, ein Symbol der Migration im Kontext der Industrialisierung, können von den Synodalen besucht werden, um vor Ort Gespräche mit den Akteuren zu führen. Denn viele Personen engagieren sich haupt- und ehrenamtlich in den Bereichen Migration und Integration und setzen sich für gelebte kulturelle Vielfalt und ein gelingendes Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, des Glaubens und der Nationalität ein.

„Bundesweit dürfte das einmalig sein, dass eine Synode zu einer Erkundungssynode wird“, erklärte Bischof Jan Janssen heute im Vorfeld der Synode. Das Jahresthema hat die Synode gewählt, „weil es unsere Uraufgabe ist, uns den Fremden zuzuwenden“, erklärte Janssen in Hinblick auf die Flüchtlingspolitik. Außerdem sei es seine Erfahrung, dass man immer was tun könne und eben nicht hilflos sei. Das würden die engagierten Menschen in Delmenhorst belegen, die die Synodalen besuchen.

Ab Freitag arbeitet die Synode wieder in Rastede. Dann geht es unter anderem um die Besetzung des juristischen Oberkirchenrates. Bislang war die Stelle, die ausgeschrieben werden muss, eine Lebenszeitstelle. Die Synode wird darüber beraten und beschließen, ob das so bleibt. Außerdem soll neben einer Ausschreibung ein Personalberater eingesetzt werden, der in Frage kommende Personen direkt anspricht. „Wir versuchen damit, die Stelle so optimal wie möglich zu besetzen“, begründet Synodalpräsidentin Sabine Blütchen die neue Vorgehensweise.

Eine Korrektur möchte die Synode beim Diakonenstellenplan vornehmen. 2006 war der Finanzdruck derart hoch, dass beschlossen wurde, zahlreiche Diakonenstellen nicht wieder zu besetzen. „Inzwischen hat sich nicht nur die finanzielle Situation verbessert, wir haben auch erkannt, wie wichtig die Arbeit der Diakone vor Ort ist“, erklärte Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker. Der Plan sieht 40 Diakonenstellen in der Jugendarbeit vor sowie zwölf mit regionalem Profil und acht mit gesamtkirchlichem Profil. Für die Stadt Oldenburg sind nach dem neuen Plan insgesamt sieben Stellen vorgesehen.

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