Politik

Neuer OB präsentiert sich gut aufgelegt

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann bei seinem Amtsantritt im Oldenburger Rathaus.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann bei seinem Amtsantritt im Rathaus.
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg (zb) – Gut aufgelegt zeigte sich Oldenburgs neuer Oberbürgermeister Jürgen Krogmann heute bei seinem offiziellen Amtsantritt im Rathaus. „Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben und bin gleichwohl gespannt“, erklärte er.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, zitierte der 50–Jährige Hermann Hesse. Den Zauberstab aus Zucker hatte der neue Oberbürgermeister bereits von einer Mitarbeiterin geschenkt bekommen. Der Zauber, so meinte er, werde wohl bald verfliegen, nicht aber seine Lust auf die neue Aufgabe, die ihn bereits fest im Griff habe. Nachdem er die Vertreter von Rat und Verwaltung begrüßt hatte, machte er sich an seinen Schreibtisch. Dort sah zwar alles noch ein wenig kahl aus, doch das ist unabhängig vom Terminkalender.

Bereits morgen reist Krogmann in Oldenburgs Partnerstadt Groningen, um dort auf den Promotiedagen den Oldenburger Stand zu eröffnen. „Das soll auch ein Signal dafür sein, wie wichtig ich Internationalität finde“, erklärte er und betonte die Bedeutung von internationalen Beziehungen, die die Huntestadt unterhalte. Außerdem steht der Haushalt ganz oben auf seiner Agenda, den sein Amtsvorgänger erst kürzlich vorgelegt hat. „Ich werde noch einige Akzente setzen“, kündigte Krogmann an und nannte unter anderem die Förderung des sozialen Wohnungsbaus, der in dem Haushalt nicht vorhanden ist.

Zu seinen ersten Amtshandlungen gehört auch der „Kassensturz“, wie er sich ausdrückte. „Ich will wissen, wie die finanzielle Lage der Stadt wirklich ist, ob Konsequenzen gezogen werden müssen und was die demnächst anstehende Steuerschätzung der Stadt beschert.“ Ganz oben auf seiner Prioritätenliste steht zudem die Einrichtung einer Bürgerwerkstatt für den Fliegerhorst. Das ehemaligen Bundeswehrgelände gehört der Stadt und soll zusammen mit Bürgern neu beplant werden.

Nach seinem offiziellen Amtsantritt informierte er sich gestern zuerst über die Missstände auf der BBS-III-Baustelle, wo Billiglöhne an rumänische Bauarbeiter gezahlt werden sollen. „Das stimmt mich sehr nachdenklich“, erklärte Krogmann und kündigte an, sich um das Thema sofort kümmern zu wollen.

Schließlich will er unverzüglich das neue Miteinander praktizieren. Ab sofort wird es wieder regelmäßige Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden geben. Für die Anliegen der Bürger möchte er erreichbar sein und ist zudem an ihren Ideen interessiert. Außerdem wird er in Kürze Antrittsbesuche bei Oldenburgs Nachbarn machen, weil er an intakten nachbarschaftlichen Beziehungen großes Interesse habe. Kurzfristige personelle Veränderungen in der Verwaltung plant er derzeit nicht. „Hier wird es keine Alleingänge geben, hier wird die Politik mit im Boot sitzen“, erklärte er. Das gilt auch für die neu zu besetzende Pressestelle. Lediglich seinen Büroleiter Frank Hinrichs hat er gestern schon vorgestellt. Er gehört der Stadtverwaltung seit Jahren an, hat früher bereits mit Krogmann im Presseamt zusammengearbeitet und später die Öffentlichkeitsarbeit im Olantis geleitet. In den letzten Jahren war er als Controller in der Stadtverwaltung tätig.

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