Oldenburg

Trauerfeier bei Werkstattfilm

Mit einer Trauerfeier verabschiedeten sich die Werkstattfilm Vereinsmitglieder von den Werbetafeln in der Oldenburger Wallstraße.

Mit einer Trauerfeier verabschiedeten sich die Vereinsmitglieder von den Werbetafeln.
Foto: privat

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Oldenburg (am/pm) – Mit einer Trauerfeier verabschiedeten sich die Mitarbeiter, Vereinsmitglieder und Freunde von Werkstattfilm gestern von den Infotafeln vor dem Haus in der Wallstraße 24. Mit Ansprache und anschließendem Leichenschmaus wurden die Tafeln entfernt. Sie hingen dort seit rund einem Jahr und informierten die vorbeigehenden Fußgänger über das Kinoprogramm, die Ausstellung und weitere Veranstaltungen von Werkstattfilm. Nun mussten sie entfernt werden.

Seit Beginn des Jahres hatte sich ein Konflikt mit dem Fachdienst „Bauordnung und Denkmalschutz“ der Stadt Oldenburg entwickelt, der sich mit der Aufforderung, die Tafeln abzunehmen, an den Verein gewandt hatte. Vertreter von Werkstattfilm und des Fördervereins trafen sich mehrfach mit den Vertretern des Fachdienstes und unterbreiteten alternative Vorschläge, zum Beispiel die Aufstellung einer Litfaßsäule. Der Fachdienst lehnte ab. Im Gegenzug wurde die Errichtung einer schmalen Stele angeregt, die wiederum der Verein für inakzeptabel hielt, weil die Kosten hoch sind und die Werbefläche zu klein.

Der Werkstattfilmchef Farschid Ali Zahedi nennt die Situation absurd: „Die Stadt unterstützt Werkstattfilm in nicht unerheblichem Maße finanziell und betont immer wieder, dass sie unsere Arbeit schätzt, wirft uns aber, wo es sich anbietet, Knüppel zwischen die Beine und unterbindet zum Beispiel absolut notwendige Werbemaßnahmen vor Ort, die die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oldenburg über die vielfältigen Aktivitäten in unserem Haus in der Wallstraße informieren.“ Für Unverständnis sorgt bei den Vereinsmitgliedern die Frage, warum der Treppenaufgang, an dem die Tafeln befestigt waren, und der erst im Laufe der 1990er Jahre errichtet wurde, den strengen Vorschriften zum Schutz historischer Bausubstanz unterliegt. Eine grobe Beeinträchtigung der Fassade war immerhin nicht festzustellen. Ein aufmerksamer Blick in die Innenstadt zeigt aber auch, dass an anderen und ebenfalls denkmalgeschützten Gebäuden Infotafeln angebracht sind, die den Gesamteindruck der jeweiligen Fassaden erheblich stärker beeinträchtigen, als dies in der Wallstraße 24 der Fall gewesen ist.

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