Rettungspaket für Pflege gefordert

Für Bewegung in der Gesetzgebung setzten Altenpflegekräfte, Bewohner und Angehörige ein Zeichen.

Für Bewegung in der Gesetzgebung setzten Altenpflegekräfte, Bewohner und Angehörige ein Zeichen.
Foto: Christian Kruse

Oldenburg (zb/pm) Seit Jahren wird über Pflege geredet, doch die Reform der in die Jahre gekommen Pflegeversicherung stockt. Die Diakonie im Oldenburger Land machte heute am Tag der Pflege auf die Situation aufmerksam und fordert ein Rettungspaket für die Pflege.

Denn überall droht der Pflegenotstand, doch gute Fachkräfte sind rar. Das liegt nach Ansicht der Diakonie an der mangelnden Wertschätzung des Berufs, die sich vor allem auch in der schlechten Bezahlung und der überbordenden Bürokratie ausdrückt. So wird Deutschland bezüglich der Pflege als „Entwicklungsland“ bezeichnet.

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„Mit einer guten Bezahlung auf dem Niveau des kirchlichen Tarifvertrages wären mehr Menschen bereit, in der Pflege zu arbeiten“, ist sich Diakonie-Vorstand Uwe K. Kollmann sicher. „Denn würdevolle Pflege hat auch mit gesellschaftlicher Anerkennung zu tun. Und die drückt sich nun mal auch in guter Bezahlung aus“, erklärte er anlässlich des Protestes.

Ähnlich verhalte es sich mit der Situation der Angehörigen. Sie trügen die Hauptlast in der Pflege. Die Familienangehörigen bräuchten mehr Unterstützung durch Pflegekurse und Beratungsangebote. Diese Schulungen müssten zu Pflichtleistungen werden, damit Kassen sich nicht vor der Finanzierung drücken könnten, meinte er weiter. „Politik muss dafür sorgen, dass Familienpflegezeiten mit Lohnersatzleistungen anerkannt werden. Für das eigene Alter brauchen pflegende Angehörige natürlich auch eine bessere Absicherung durch die Rente“, forderte Kollmann.

Die Diakonie ging heute bundesweit zusammen mit Mitarbeitenden, Angehörigen und Ehrenamtlichen auf die Straße und schickten Postkarten an das Bundesministerium für Gesundheit, auf denen Menschen ihre persönlichen Forderungen an die Politik notierten. Außerdem wurden vier große Plakate vor den Einrichtungen aufgestellt, auf denen eine würdevolle Pflege, familiäre Entlastung, gerechte Finanzierung und eine attraktive Ausbildung eingefordert wurden.

Aus dem Oldenburger Land beteiligen sich alle kirchlich-diakonischen Einrichtungen und Dienste der Altenpflege mit Einrichtungen aus Brake, Delmenhorst, Esens, Oldenburg, Nordenham, Varel, Großenkneten, Wardenburg, Wangerland, Westerstede, Wildeshausen, Wilhelmshaven und Zetel.

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