Oldenburg

Nicht wegwerfen: Pfandkisten helfen Flaschensammlern

Um es den Pfandsammlern in Oldenburg leichter zu machen, haben junge Menschen Pfandkisten an Laternenmasten im Stadtgebiet angebunden.

Rund 50 Teilnehmer bastelten hinter der umBAUbar an den Pfandkisten.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Für die einen sind es nur acht Cent, für die anderen aber die nächste Mahlzeit: Flaschenpfand. Um es den Pfandsammlern leichter zu machen, haben sich am Samstag junge Menschen aus Oldenburg hinter der umBAUbar getroffen, um Kisten zu basteln, die anschließend an Laternenmasten im Stadtgebiet angebunden wurden. Hier kann nun jeder sein Leergut abstellen.

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Die Kisten der Initiative „Pfand gehört daneben“ sollen zum einen für Ordnung sorgen, zum anderen Flaschensammlern helfen. Das Prinzip ist einfach: Eine Getränkekiste wird meist in der Nähe von Mülleimern an einen Laternenmast angebracht. Wer sein Bier, seine Cola oder sein Wasser ausgetrunken hat, stellt die leere Flasche dort hinein, statt sie auf dem Fußweg zu zerschmeißen oder in den Müll zu werfen. Je nach Sorte gibt es immerhin 8, 15 oder sogar 25 Cent pro Flasche. Bares Geld landet so nicht mehr im Müll, sondern hilft den Ärmsten der Gesellschaft. Flaschensammler müssen nicht mehr in den Abfallkörben herumsuchen.

Kleine Geste der Solidarität

Das Team vom Hamburger Fairtrade-Limo-Hersteller Lemonaid unterstützt diese Initiative. Passend zur WM und dem Sommer rufen sie die Menschen in Norddeutschland dazu auf, die Pfandkisten an den Laternenpfählen zu nutzen, um das Leben der Pfandsammler ein wenig menschenwürdiger zu machen. Dazu gehören auch spontane Einladungen zu Bastel-Dir-ne-Pfandkiste-Sessions, wie die in der umBaubar. „Die Aktion dient als kleine Geste der Solidarität“, teilt Lemonaid in einer Pressemitteilung mit. Zudem sollen so Müllhaufen oder Scherben auf der Straße vermieden werden. An der Aktion beteiligten sich auch die Diskothek Metro, Infothek Campus-Café, der vegane Shop Veggiemaid, Tante Käthe’s Kaffee Bar, Woyton Oldenburg und das Taschenlabel Gutebeutel aus Oldenburg.

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5 Kommentare

  1. Frank
    27. April 2014 um 19.31

    Hab mich heute schon gewundert, als ich Kästen an Masten gesehen habe – danke für die Aufklärung.

    Eine tolle Aktion, und super gemacht (ich frag mich immer noch, wie die mittig um den Pfahl aufgehängt sind, aber das werde ich mir mal von Nahem ansehen)!

  2. Jens
    29. April 2014 um 0.20

    Sorry,

    völlig schwachsinnige Idee ohne Verstand. Oldenburger Pfandsammler haben jetzt schon ihre „Reviere“ abgesteckt! Bin mal gespannt, wann es an so einer Stelle zu einer Schlägerei kommt! wegen 16 Cent Pfand.

    LG

    Jens

    • Leon
      22. Juni 2015 um 15.00

      erstmal überlegen bevor man etwas runter macht. Die Sache ist desshalb schon gut, weil Flaschen nichtmehr auf oder unter Mülleimer gestellt werden und der nächste Besoffene sie umtritt und alles voller Scherben ist. Außerdem muss niemand mehr in Mülleimern nach Pfand suchen, sollten die Kisten in der Nähe von Mülleimern aufgestellt sein.
      Und ganz nebenbei ändert doch eine Kiste mit ein paar Flaschen drin nichts an der Tatsache, dass Konkurrenzkampf existiert. Ist doch völlig egal, ob die Flasche auf dem Boden steht oder in einer Kiste. Die Leute könnten sich doch jetzt auch um eine Flasche prügeln, wenn diese auf dem Boden steht. Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen den Kisten und einer erhöhten Gefahr von Ausschreitungen/Streit..

      just my 2 cents.

      • Aleskerli
        22. Juni 2015 um 21.29

        Danke!
        Gut geschrieben & für mich als ehemaliger Oldenburger – eine super Idee, die auch schon in etlichen Großstädten zu sehen ist – wo es wunderbar funktioniert! Sammeln selbst & respektieren Andere dabei!
        Zitat:
        „völlig schwachsinnige Idee ohne Verstand. Oldenburger Pfandsammler haben jetzt schon ihre „Reviere“ abgesteckt! Bin mal gespannt, wann es an so einer Stelle zu einer Schlägerei kommt! wegen 16 Cent Pfand.
        LG Jens“
        Dazu ist zu sagen – wir haben eine gewisse Ehre unter uns & würden nie einem Anderen sein „Revier“ streitig machen – es gibt lediglich bekannte offensichtliche „Haltepunkte“ wo sich das sammeln lohnt – solange Veranstalter es nicht unterbinden, z. B. die gefährlichen Flaschen „außer Haus“ zu zulassen bzw. diese Flaschen u. a. an jeder Tankstelle verkauft werden!

  3. Thomas
    29. April 2014 um 11.22

    Also erst einmal: Tolle Aktion 🙂 Schade das ich von der Aktion im Vorfeld nichts mit bekommen habe, sonst wäre ich auch dabei gewesen. Hab ich wohl gepennt :/

    Ich habe gestern auch schon so eine Kiste gesehen und wunderte mich. In diesem Sinne danke an die OOZ für die Aufklärung :)))