Oldenburg

Niels H.: Staatsanwaltschaft klagt erneut

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg erhebt erneut Anklage gegen den ehemaligen Krankenpfleger Niels H.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg erhebt erneut Anklage gegen den ehemaligen Krankenpfleger Niels H.
Foto: Bernhard Wintersperger; Lizenz: CC BY 2.0

Oldenburg (am/pm) Die Staatsanwaltschaft Oldenburg erhebt erneut Anklage gegen den ehemaligen Krankenpfleger Niels H. Als Ergebnis der umfangreichen Ermittlungen der Soko Kardio und nach Abschluss der letzten toxikologischen Untersuchungen werden ihm nun weitere 97 Mordfälle zur Last gelegt. Davon entfallen auf Delmenhorst 62 und auf Oldenburg 35 Taten.

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Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, seinen Opfern verschiedene, jeweils nicht indizierte Medikamente, namentlich Kalium, Gilurytmal (Wirkstoff Ajmalin), Sotalex (Wirkstoff Sotalol), Xylocain (Wirkstoff Lidocain) und Cordarex (Wirkstoff Amiodaron) verabreicht zu haben. „Das tat er, um seine Fähigkeiten im Bereich der Reanimation gegenüber Kollegen und Vorgesetzten präsentieren zu können und um seine Langeweile zu bekämpfen“, so die Staatsanwaltschaft. Es soll ihm bewusst gewesen sein, dass diese Medikamente bei den Patienten lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern sowie Blutdruckabfall auslösen können. Auch soll von ihm beabsichtigt gewesen sein, dass die Patienten durch seine Medikamentengabe reanimationspflichtig werden würden. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft nahm der Angeschuldigte Niels H. dabei in allen Fällen das Versterben der Patienten aufgrund der Wirkungen der Medikamente zumindest billigend in Kauf.

In drei andere Fälle, die zunächst verdächtigt erschienen, konnte durch die toxikologische Untersuchung ein Tatnachweis nicht hergeführt werden.

Für weitere sechs Taten ist der ehemalige Krankenpfleger Niels H. in zwei Prozessen in den Jahren 2006 / 2008 und 2014 / 2015 bereits rechtskräftig verurteilt worden. Derzeit verbüßt er eine lebenslange Haftstrafe.

Die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen des Klinikums Oldenburg dauern noch an.

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