Kreyenbrück

Rufus und Rossa verkürzen die Wartezeit

Die Puppenspielerinnen Annekathrin Stauß mit Rufus und Julia Warneke mit Rossa verkürzen der dreijährigen Anna, dem zweijährigen Theo und der 15-jährigen Hanna die Wartezeit in der onkologischen Ambulanz des Klinikums Oldenburg.

Die Puppenspielerinnen Annekathrin Stauß mit „Rufus“ (2. von links) und Julia Warneke mit „Rossa“ verkürzen der dreijährigen Anna (links), dem zweijährigen Theo und der 15-jährigen Hanna die Wartezeit in der onkologischen Ambulanz.
Foto: Klinikum Oldenburg

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Oldenburg / zb / pm – Kinder, die in der onkologischen Ambulanz der Kinderklinik Oldenburg behandelt werden, wird die Wartezeit seit fast drei Jahren durch „Wunderzeit“ versüßt. Dahinter verbergen sich die beiden Puppenspielerinnen Annekatrin Stauß und Julia Warneke. Der Verein „Hilfe für krebskranke Kinder und Jugendliche Lohne“ hat jetzt mit einer Spende von 15.000 Euro dafür gesorgt, dass das Projekt auch 2016 fortgeführt werden kann.

In die Onkologische Ambulanz kommen Kinder aus ganz Weser-Ems. Die kleinen Patienten werden oft von ihren Geschwistern begleitet und sie alle sind froh, wenn die Wartezeit schnell vorübergeht. Seit 2013 kommen einmal pro Woche die Puppenspielerinnen, die seither von dem Lohner Verein finanziert werden.

In ihrem großen Koffer bringen sie mittlerweile eine ganze Rumpelwicht-Puppenfamilie mit. Anfangs kamen sie mit „Rufus“ und seiner Schwester „Rossa“ in die Klinik. Mittlerweile haben sie eine ganze Puppenfamilie dabei. So kommen je nach Situation mal das kleine Baby hinzu, das die Kinder gerne mit dem Fläschchen füttern, die Eltern oder auch die strenge Oma, die im Wartezimmer nach dem Rechten schaut.

Das Prinzip des Projektes beruht darauf, dass die Untersuchungen spielerisch aufgegriffen werden und die Kinder den Besuch beim Onkologen positiver erleben. „Sie vergessen im Spiel als Zuschauer, aber auch indem sie aktiv mitmachen die Zeit, und können eigene Emotionen über das Spiel ausdrücken“, berichtet Prof. Dr. Hermann Müller, Direktor der Klinik für Allgemeine Hämatologie und Onkologie. Zudem ist dies nicht nur für die erkrankten Kinder, sondern auch für die begleitenden Geschwister eine willkommene Abwechslung.

Im Spiel mit den Puppen schlüpfen die Kinder gerne in die Rolle des Arztes. Sie sind Experten aus eigener Erfahrung und wissen, wie die Behandlung ablaufen muss. Besonders in Fahrt kommt das Spiel, wenn die Puppe sich weigert mitzumachen und sich zum Beispiel aus Angst vor dem „Fingerpiks“ versteckt. Dann wird eifrig nach kreativen Lösungen gesucht, wie man sie beruhigen und überzeugen kann. Auch ältere Kinder und Erwachsene machen gerne mit.

„Mit dem Puppenspiel lässt sich die längere Wartezeit sehr gut überbrücken. Die Kinder vergessen dabei, dass sie krank sind“, erzählt Christina Haartje-Graalfs, Mutter der 15jährigen Hanna, die an Leukämie erkrankt ist. „Wir greifen den Spielimpuls der Kinder auf“, erklärt Annekatrin Stauß. „Aus der Spontanität zwischen Kind und Puppe ergeben sich immer neue Spielsituationen.“ „Neulich sollte Rufus in die Notaufnahme gebracht werden“, ergänzt ihre Kollegin Julia Warneke, „sofort waren alle Kinder im Wartezimmer mit Eifer dabei, ihm eine Narkose zu geben und eilig zu operieren.“

„Hier kommt das Geld zu 100 Prozent bei den Kindern an. Unser Verein kann sich vollkommen mit diesem Projekt identifizieren“, freut sich Dirk Christ, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Also heißt es weiterhin jeden Dienstag in der Onkologischen Ambulanz: Bühne frei für Rufus und Rossa.

Onkologische Ambulanz der Kinderklinik

In der onkologischen Ambulanz werden Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre behandelt. Die Patienten befinden sich in der Therapie oder Nachsorge einer Krebserkrankung. Im Jahr 2014 erfolgten insgesamt 828 ambulante Vorstellungen in der kinderonkologischen Sprechstunde.

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