Oldenburg

Kramermarkt: Ab morgen geht es rund

Kramermarkt XXL heißt es ab morgen neben den Weser-Ems Hallen. Rund 30 Großfahrgeschäfte locken 2016 auf den Rummel nach Oldenburg.

Rund 30 Großfahrgeschäfte stehen auf dem „Kramermarkt XXL“.
Fotos: Christian Kruse

Oldenburg (am) „Kramermarkt XXL“ heißt es ab Freitag, 30. September, bis zum Sonntag, 9. Oktober, auf dem Gelände neben den Weser-Ems Hallen. Turbulente Flüge, rasante Abfahrten und Gondeln, die fast an den Wolken kratzen, bestimmen in diesem Jahr den größten Jahrmarkt im Nordwesten. Neben den Journalisten beim traditionellen Presserundgang kamen heute schon zahlreiche Fans, die sich einen ersten Eindruck verschaffen wollten.

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„Wir haben das diesjährige Motto ‚Kramermarkt XXL‘ mit Leben erfüllt. Es wird hoch hinaus gehen und rasant werden“, so Ralph Wilken, Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes der Stadt Oldenburg. Michael Hempen, Vorsitzender des Oldenburger Schaustellerverbandes, stellte heute einige der Großattraktionen vor, „die in dieser Masse selten auf Volksfesten zu finden sind“. Unter den rund 260 Fahrgeschäften und Ständen wurden neben den 30 Großfahrgeschäften wie gewohnt Kinderkarussells, Autoscooter, Losbuden und alles, was einen Rummel so beliebt macht, aufgestellt.

Kramermarkt XXL: Kurz vorgestellt

Übersicht zum 409. Oldenburger Kramermarkt.

Die Premiere feierte Harry Hansla aus Wiefelstede mit seinem neuen Fahrgeschäft auf der Bremer Osterwiese. Mit seiner Etagengeisterbahn „Scary House“ will er für Grusel und Schrecken sorgen. Seit 50 Jahren ist die Familie im Geisterbahngeschäft.

Alexander Kaiser aus Frankfurt ist normalerweise im Süden Deutschlands mit seiner Kinderwasserbahn unterwegs. Jetzt feiert „Wild Amazonas“ seine Oldenburg-Premiere. Die Kanus können von Kindern ab drei Jahren bestiegen werden. „Die Eltern können ihre Sprösslinge kostenlos begleiten“, verspricht Kaiser, der auf dem Kramermarkt eine 14 Meter lange Front für seine Bahn nutzen konnte. Sie ist variable aufzubauen: von neun bis 21 Meter Frontlänge.

Das größte Fahrgeschäft in diesem Jahr ist die „Teststrecke“, die bereits seit rund 14 Tagen aufgebaut wird. Die Doppel-Loopingbahn bietet ein neues Fahrgefühl, denn die Fahrgäste werden mit Beckenbügel gesichert. „Ohne einen Bügel, der über den Kopf geführt wird, bietet die ‚Teststrecke‘ ein Gefühl der Freiheit“, so Schausteller Thomas Meyer. Insgesamt hat die Loopingbahn 3,5 Millionen Euro gekostet – inklusive der Umbaukosten. Die Fahrt geht über eine Strecke von 630 Metern und dauert zirka eine Minute. Anlauf für die Loopings nehmen die Züge in einer Höhe von 27 Metern, um dann mit 80 Stundenkilometern die Welt auf den Kopf zu stellen.

Lustig wird es auf dem „Chaos Airport“ von Flugkapitän Mario Haberkorn aus Erfurt. Die Never Come Back Airline und Los Propellos Linie haben hier ihren turbulenten Heimatflughafen gefunden. Ohne Zeitzwang können die Passagiere den Spaßparcour mit Kofferschnüfflern und Fun Gate durchlaufen, Scherztexte lesen und viel entdecken.

Ebenfalls eine Oldenburg-Premiere erlebt „Jekyll & Hyde – Die Verwandlung“ von Bethel Thelen aus Paerborn. 3 – 2 – 1 – Start zum 41 Meter hohen Flug. Wer keine Angst vor Höhe hat, kann es wagen. Die thematisierte Bahn, ein Propeller, ist eine riesige Schaukel, die auch „überkopf“ geht und sich dreht. Mit 125 Stundenkilometern rasen die Fahrgäste in den beiden freischwingenden Vierergondel auf den Boden zu, in der Beschleunigung wirken 4g-Kräfte. Das bedeutet, dass der Körper mit der vierfachen Erdbeschleunigung in den Sitz gepresst wird. Bleibt noch die Frage, warum das Fahrgeschäft „Die Verwandlung“ im Beinamen trägt. Wie zu lesen ist, sei die Frisur danach wie „verwandelt“.

Den höchsten Aussichtspunkt bietet der „City Sky Liner“, der mit 81 Metern Höhe einen Rundumblick über Oldenburg bietet. Das Fahrgeschäft von Thomas Schneider aus Soest ist der größte mobile Aussichtsturm der Welt. 60 Personen können in der gemächlich nach oben fahrenden Gondel Platz nehmen beziehungsweise durch die gewölbten Scheiben die Motive mit ihren Kameras „einfangen“. Während die Fahrgäste über der Stadt schweben, wird das Gesehene erläutert. Hier geht es weder rasant noch wackelig zu, das Fahrgeschäft ist für alle Altersklassen geeignet. „Unser ältester Fahrgast war 103 Jahre alt“, betont Schneider, der mit seiner Neuanschaffung im Jahr 2013 auf den demografischen Wandel reagierte. Auch Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung können an dem Vergnügen teilnehmen, denn über eine Rampe kann die Gondel problemlos betreten werden. Schneider ist mit seinem klimatisierten „City Sky Liner“, der 3,8 Millionen Euro gekostet hat, das ganze Jahr über unterwegs. Wien, Brüssel, Stockholm und jetzt Oldenburg: mit 13 Sattelzügen, davon fünf Schwertransportern, wird der 30 Tonnen schwere Aussichtsturm durch Europa transportiert.

Zum zweiten Mal gastiert die Firma Kaiser mit dem „Predator“ in Oldenburg. Dieses Rundfahrgeschäft dreht sich nicht nur im Kreis, sondern versetzt die Besucher durch zusätzliche Drehungen um die Mittelachse in ganz besondere Gemütsverfassungen.

Abgerundet wird das Fahrgeschäftsangebot von Attraktionen wie dem „Break Dance“, dem „Take Off“, dem „Musik-Express“, dem „Octopussy“ oder dem „Top Spin“. Wieder in Oldenburg ist der „Toboggan“. Dieses über 100 Jahre alte Geschäft bedeutet noch richtige Handarbeit im Aufbau, da es aus vielen hölzernen Einzelteilen besteht.

Neben der „Wild Amazonas“ ist „Tom der Tiger“ auch wieder mit von der Partie. Dieses Kindergeschäft hatte 2014 in Oldenburg seine Weltpremiere. Weitere Fahrgeschäfte speziell für Kinder machen den Familienausflug zum Kramermarkt zusätzlich abwechslungsreich: darunter „Aladin“, die Schiffsschaukel „Looping the Loop“, die Schleife „EuroCar“ und zwei Reitbahnen.

Ein Übersichtsplan des diesjährigen Kramermarktes kann hier herutergeladen werden (PDF-Download).

Geänderte Öffnungszeiten des Kramermarktes

Aufgrund des geänderten Besucherverhaltens wurden die Öffnungszeiten des Marktes 2016 angepasst. In der Woche wurde das Marktende an „normalen“ Wochentagen um eine Stunde verkürzt. Geöffnet ist der Kramermarkt zu folgenden Zeiten:

Freitag, 30. September: 14 bis 1 Uhr
Samstag, 1. Oktober: nach der offiziellen Eröffnung ab zirka 16 bis 1 Uhr
Sonntag, 2. Oktober: 13 bis 1 Uhr
Montag, 3. Oktober: 13 bis 23 Uhr
Dienstag bis Donnerstag: 14 bis 23 Uhr
Freitag, 7. Oktober: 14 bis 1 Uhr
Samstag, 8. Oktober: 14 bis 1 Uhr
Abschlusstag, 9. Oktober: 13 bis 23.30 Uhr

Programmübersicht

Samstag, 1. Oktober: Kramermarktsumzug
Montag, 3. Oktober: Tag des Landvolks
Dienstag, 4. Oktober: Tag der Vereine und Betriebe
Donnerstag, 6. Oktober: EWE-Tag für die ganze Familie
Freitag, 7. Oktober: Laternenumzug, ab 19.15 Uhr Rathausmarkt
Sonntag, 9. Oktober: Verkaufsoffener Sonntag

EWE-Tag am 6. Oktober

Am Donnerstag, 6. Oktober, gelten beim EWE-Tag ermäßigte Preise (20 Prozent Ermäßigung auf fast alles) – und das den ganzen Tag.

Feuerwerke

An den zehn Tagen Kramermarkt werden drei Feuerwerke den Markthimmel erleuchten: das Lichterspektakel zur Eröffnung am Freitag, 30. September, 22 Uhr und „Kranichs Feuerzauber“ am Freitag, 7. Oktober, im Anschluss an den Laternenumzug um zirka 20 Uhr. Das traditionelle Abschluss-Feuerwerk findet am Sonntag, 9. Oktober, 22 Uhr statt.

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2 Kommentare

  1. Silke Bohne
    30. September 2016 um 7.29

    Wird Zeit das sich mal wieder was neues tut auf dem Kramermarkt. Er ist die letzten Jahre ja ganz schön eingestaubt.
    Kaum neue Fahrgeschäfte, dafür aber 40 neue Fressbuden. 😩😷

    also viel Erfolg dieses Jahr und macht was draus.😀

  2. Karl
    5. Oktober 2016 um 9.05

    Meine kulinarischen Exzesse beschränken sich auf Produkte der Firmen Ostermann und Rath und dazu ein Bier zum Nachspülen. Würde man mich fragen, ob mir irgendetwas Besonderes aufgefallen wäre, könnte ich nur sagen: die Antidikriminierungsbeauftragte. Sie stieg, wahrscheinlich vom „Kampf gegen Rechts“ in der Wallstraße kommend, an der Haltestelle Julius-Mosen-Platz zu.