Kokainkonsum in NRW: Immer mehr Krankenhausaufenthalte

Kokainkonsum in NRW: Immer mehr Krankenhausaufenthalte

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Immer mehr Menschen in Nordrhein-Westfalen müssen nach Kokainkonsum im Krankenhaus behandelt werden. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Kokain und Crack hier in den letzten zehn Jahren verdreifacht, wie der WDR nach einer Datenerhebung des Radiosenders 1LIVE berichtet.

Die meisten Krankenhausaufenthalte wegen Kokain pro 100.000 Einwohner verzeichneten Hagen, Köln und Dortmund. Besonders stark sind die Anstiege in Duisburg, wo sich die Fälle in zehn Jahren verachtfacht haben, und in Krefeld und Leverkusen, wo sie sich versiebenfacht haben. Die einzige Ausnahme bildet Herford. Dort sind die Zahlen rückläufig.

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Die steigende Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Kokain kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine davon ist aus Sicht von Barbara Schneider, Chefärztin der Abteilung Abhängigkeitserkrankungen, Psychiatrie und Psychotherapie an der LVR-Klinik in Köln, eine höhere Verfügbarkeit der Droge. „Die Substanz muss immer verfügbar sein, sonst kann man nicht von ihr abhängig werden“, so Schneider.

Auch Felix Strobach, Bereichsleiter der Jugendsuchtberatung der Drogenhilfe Köln, beobachtet einen Wandel beim Konsum: „Das ist mittlerweile eine ganz normale Partydroge oder auch in vielen Fällen eine ganz normale Alltagsdroge.“ Sein Eindruck ist außerdem, dass Konsumenten sich selten mit den Risiken der Substanz auseinandersetzen: „Unsere Wahrnehmung ist, dass tatsächlich viele Menschen da sehr unbedarft rangehen. Das heißt, das wirklich anders einschätzen als andere Substanzen“.

Es gehe Konsumierenden häufig um die euphorisierende Wirkung von Kokain: „Da geht`s viel um intensive Spaßerfahrung, also Hochgefühle, auch darum einen Ausgleich zu schaffen zu Frustration und Stress im Alltag. Das beobachten wir generell hier auch in vielen Beratungsgesprächen, dass ein hoher Leistungsdruck besteht.“

Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalstatistik, die im April 2026 veröffentlicht wurde, erfasste die Polizei 2025 rund 7.500 entsprechende Straftaten. Das sind dreimal so viele wie zehn Jahre zuvor. Die Statistik erfasst allerdings nur bekannt gewordene Fälle. Ob es später zu einer Verurteilung kommt, geht aus den Zahlen nicht hervor. Eine Steigerung der Straftaten kann auch auf intensivere Kontrollen und Ermittlungen zurückzuführen sein.

Unter den rund 7.500 erfassten Delikten im Zusammenhang mit Kokain und Crack werden unterschiedliche Straftaten zusammengefasst, dazu zählen Besitz, sowie Handel, Herstellung und Schmuggel. Von 2022 auf 2023 gab es den deutlichsten Anstieg der Kokain-Delikte: innerhalb eines Jahres sind die Straftaten um 25 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Landeskriminalamts in NRW hat die Entwicklung mehrere Gründe: Zum einen kontrolliere die Polizei verstärkt. Zum anderen sei Kokain zunehmend verfügbar.

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