Gesundheit

Depression aus der Tabuzone holen

Gaben den Startschuss für das Bündnis gegen Depression in Weser-Ems: Jan Janssen, Jeanette Böhler, Sven Ambrosy und Dr. Heinrich Timmerevers.

Gaben den Startschuss für das „Bündnis gegen Depression in Weser-Ems“ (von links): Jan Janssen, Jeanette Böhler, Sven Ambrosy und Dr. Heinrich Timmerevers.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Anzeige

LzO Beratung

Oldenburg / zb – Der Startschuss für das „Bündnis gegen Depression Weser-Ems“ ist im Rahmen einer Auftaktveranstaltung, an der rund 200 Gäste teilnahmen, im Oldenburger Landtag gefallen. Es dient dazu, die Volkskrankheit Depression aus der Tabuzone zu holen, damit mehr Menschen frühzeitig Hilfen erhalten.

Das „Bündnis gegen Depression Weser-Ems“ ist Teil einer bundesweiten Initiative, dem Deutschen Bündnis Depression e.V., das unter dem Dach der Deutschen Depressionshilfe agiert. Über 70 regionale Bündnisse gegen Depression gibt es derzeit bundesweit. Initiiert worden ist das Bündnis für Weser-Ems von der Karl-Jaspers-Klinik in Oldenburg.

Die Schirmherrschaft haben der katholische Weihbischof Dr. Heinrich Timmerevers und Bischof Jan Janssen von der evangelisch-lutherischen Kirche übernommen. Unterstützt wird es von zahlreichen Kliniken, Wohlfahrtsverbänden, Kammern, der Universität Oldenburg, der Deutschen Rentenversicherung und Krankenkassen sowie alle Landkreisen im Oldenburger Land und der Stadt Oldenburg.

„Das Bündnis will vor allem über die Krankheit Depression, ihre Ursachen, Anzeichen und Behandlungsmöglichkeiten in ganz Weser-Ems informieren und aufklären. Darüber hinaus bieten wir Veranstaltungen und Schulungen an, um den Wissensstand über die Krankheit zu verbessern“, sagt Projektleiterin Jeanette Böhler. Ob medizinisches Personal, Hausärzte, Lehrer, Seelsorger, Führungskräfte oder Lehrkräfte, sie alle können sich bei Bedarf an das Bündnis wenden.

Tatsächlich handelt es sich bei Depression um eine Volkskrankheit. Jeder fünfte Bundesbürger erkrankt einmal im Leben daran. Insgesamt leiden in Deutschland derzeit rund vier Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression „Zudem gehören Depressionen zu den häufigsten und am meisten unterschätzten Erkrankungen“, klärt Böhler auf. Was den Grad der Beeinträchtigung und die Dauer der Jahre mit Belastung durch Erkrankung angeht, liegen Depressionen in den entwickelten Ländern an erster Stelle vor anderen psychischen und physischen Erkrankungen. Außerdem werden depressiv Erkrankte deutlich häufiger frühberentet als Menschen mit anderen Erkrankungen.

„Wir möchten vermitteln, dass Depression jeden treffen kann, es aber auch gute Behandlungsmöglichkeiten gibt. Ein frühzeitiges Erkennen und ein schnelles Handeln ist wichtig, damit die Betroffenen möglichst schnell ihre Lebensqualität wieder gewinnen“, sagt Böhler.

„Heilung an Leib und Seele ermöglichen ist ein Grundauftrag christlichen Handelns“, begründet Timmerevers die Übernahme der Schirmherrschaft. „Außerdem fühlen wir uns eng mit den Menschen in der Region verbunden und möchten die Sensibilität für diese Krankheit fördern“, fügt Janssen hinzu. „Depression ist oft von Ängsten und Scharm begleitet. Das Bündnis soll dem entgegenwirken“, sagt Sven Ambrosy, Landrat im Landkreis Friesland und Gesellschaftervertreter der Karl-Jaspers-Klinik. „Die Karl-Jaspers-Klinik will dazu beitragen, dass psychische Erkrankungen kein Stigma sind.“

Mehr Informationen unter www.buendnis-depression-we.de.

Vorheriger Artikel

Wenn der Bus nicht kommt …

Nächster Artikel

step2025: Nächster Stadtteilworkshop in Nadorst