Oldenburg

Erinnerungsgang anlässlich der Novemberpogrome

Vom 9. auf den 10. November wurden in Oldenburg jüdische Männer von den Nazis durch die Stadt zum Gefängnis getrieben.

Am 10. November 1938 wurden jüdische Männer durch Oldenburg getrieben. Daran erinnern Bürger in einem Erinnerungsgang, der in jedem Jahr stattfindet.
Foto: Landesbibliothek

Oldenburg (zb) Auch in diesem Jahr wird in Oldenburg an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürger erinnert. Anlass sind die nationalsozialistischen Novemberpogrome, in deren Verlauf jüdische Männer am 10. November 1938 verhaftet, durch Oldenburgs Straßen getrieben und anschließend deportiert wurden.

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LzO Vorsorge

Jedes Jahr richten der Oldenburger „Arbeitskreis Erinnerungsgang“ und Schülerinnen und Schüler einer Oldenburger Schule, dieses Jahr die BBS Haarentor, den Erinnerungsgang aus und gestalten ein vielfältiges Programm zum Thema. Der Erinnerungsgang findet am Donnerstag, 10. November, um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist im Innenhof der Landesbibliothek Oldenburg.

Schüler konzipieren zwei Ausstellungen

Gleich zwei Ausstellungen präsentieren Schüler des 12. Jahrgangs des beruflichen Gymnasiums Wirtschaft der BBS in der Landesbibliothek Oldenburg, die bis zum 19. November zu sehen sind. „Jüdische Schülerinnen und Schüler der Städtischen Handelslehranstalten Oldenburg zwischen Verfolgung und Emigration – ausgewählte Biografien“ und „Chemie im Dritten Reich“. Beide Ausstellungen stehen unter dem Leitspruch „erinnern – verinnerlichen – weitergeben – weiterleben“.

In den Jahren 1927 bis 1938 besuchten 16 jüdische Schülerinnen und Schüler die städtischen Handelslehranstalten Oldenburg. Sie wie auch ihre Familien und jüdischen Lehrherren waren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Oldenburg ausgeliefert. Zwölf dieser Schüler werden in der Landesbibliothek vorgestellt. Ihre Biografien verdeutlichen die zeitgenössische Lebenssituation, die einerseits von jüdischem Leben geprägt war, aber andererseits zunehmend durch staatlich legitimierten Antisemitismus bis zum Vollzug des Völkermords in Konzentrationslagern und Ghettos bedroht wurde.

Die Ausstellung „Chemie im Dritten Reich“ beschäftigt sich mit verschiedenen Anwendungen chemischer Mittel während der Herrschaft der Nationalsozialisten. Schülerinnen der Fachoberschule Gesundheit haben sich unter anderem damit befasst, wie Erziehung und Chemieunterricht im NS-Staat aussahen, Was Zyklon B ist – das Gas, mit dem in den Vernichtungslagern getötet wurde, oder was Kaliumzyanid und Karl Jaspers verbindet.

Die Landesbibliothek ist Montag bis Freitag, 10 bis 19 Uhr, und Samstag von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

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