Oldenburg

Demo gegen die Verfolgung der êzîdischen Kurden

Am kommenden Samstag wird in Oldenburg gegen die fortgesetzte Verfolgung der Yezidischen Glaubensgemeinschaft demonstriert.

Am kommenden Samstag wird in Oldenburg gegen die fortgesetzte Verfolgung der Yezidischen Glaubensgemeinschaft demonstriert.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am/pm) Um gegen die fortgesetzte Verfolgung in den kurdischen Gebieten zu protestieren, rufen Verbände, Bündnisse und Einrichtungen am kommenden Samstag, 6. August, zu einer Demonstration auf. Am „Gedenktag an das Massaker in Shingal“ wollen sich die Teilnehmer ab 14.30 Uhr am Oldenburger Hauptbahnhof für die Freiheit der êzîdischen Kurden einsetzen.

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Vor zwei Jahren griff die Terrormiliz IS die Yezidische Glaubensgemeinschaft in Shingal / Sindschar (kurdisch Şengal / Sinjar / Süd-Kurdistan / Nord-Irak) an. „Nach internationalen Einschätzungen wurden seither mehr als 4000 Menschen hingerichtet“, teilt Christian Katz, Solikomitee Kurdistan Oldenburg, mit. Mord, Vergewaltigung, Enthauptung, Verschleppung von Frauen und Kindern, Zwangskonvertierung/ und -islamisierung, Zwangsverheiratung, Sklaverei und eine Massenflucht von Hunderttausenden aus ihrer Heimat seien über die êzîdische Glaubensgemeinschaft gebracht worden. Hunderttausende Menschen hatten sich in die Şengalberge geflüchtet, von denen Unzählige verdurstet und verhungert sind.

Noch heute werden Tausende gefangen genommene Frauen versklavt, zwangsverheiratet und verkauft, Kinder werden in speziellen Lagern isoliert und für den islamistischen Kampf ausgebildet und benutzt. Frauen werden entführt, vergewaltigt und wie eine Ware zur sexuellen Ausbeutung verkauft. „Die humanitäre Situation vor Ort ist immer noch katastrophal und das Ausmaß des Genozids wird immer deutlicher – ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ein Armutszeugnis für die Menschheit“, so Katz.

„Statt einer staatlichen Unterstützung der Hilfsleistungen für die geflüchteten Yeziden ist in der kurdischen Region in der Türkei die Bevölkerung seit mehr als einem halben Jahr selbst Angriffen durch türkische sogenannte Sicherheitskräfte und das Militär ausgesetzt“, prangert Christian Katz die Situation an. Dies hat zu einer weiteren Fluchtbewegung aus den kurdischen Städten in der Südosttürkei und zu der immer härteren offenen Repression gegenüber Oppositionellen im gesamten Staatsgebiet geführt. „Der sogenannte ‚EU-Flüchtlingsdeal‘, mit dem Erdogan sich das Stillschweigen der Regierungen zu den Angriffen erkauft hat, löst das Fluchtproblem in keinster Weise, eher führt dieses zu einer dramatischen Verschärfung der Situation“, warnen die Vertreter des „Solikomitee Kurdistan Oldenburg“.

Den Aufruf zur Demonstration unterstützen: Solidaritätskomitee Kurdistan Oldenburg, Oldenburger Friedensbündnis, Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland, Yezidischer Frauenrat, Oldenburger Rechtshilfe, Die Linke Kreisverband Oldenburg-Ammerland, Linkes Forum Oldenburg, antifa.elf Oldenburg und das Autonome feministische Referat des AStA der Carl von Ossietzky Universität.

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