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Speichelprobe kann lebensrettend sein

Franziska Behnen zeigt einer Studentin im Lichthof der Jade Hochschule Oldenburg, wie die Typisierung in Form einer Speichelprobe funktioniert.

Franziska Behnen (links) zeigt einer Studentin im Lichthof der Jade Hochschule, wie die Typisierung in Form einer Speichelprobe funktioniert.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg (zb) – Julia Timm von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ist sehr zufrieden mit der heutigen Typisierungsaktion in der Jade Hochschule am Studienort Oldenburg. „Nach nur zwei Stunden haben sich schon 80 Studierende typisieren lassen“, freut sie sich.

Tatsächlich ist die DKMS auf jeden potenzieller Spender angewiesen. Denn täglich erkrankt alle 16 Minuten ein Mensch in Deutschland an Blutkrebs und manch einer benötigt einen Stammzellenspender, um überleben zu können. Julia Timm ist Studentin und bei der DKMS Aktionsleiterin für solche Typisierungsaktionen. „Ich helfe den Organisatoren hier vor Ort und stehe für Fragen zur Verfügung“, sagt sie und wird alle paar Minuten in ein Gespräch verwickelt.

„Einige Studierende sind unsicher, weil sie nicht wissen, was passiert, wenn sie tatsächlich als Spender in Frage kommen“, erzählt die 26-Jährige. „Da kursieren ganz schreckliche Geschichten und ich kläre auf, dass sie mit der Typisierung noch keinerlei Verpflichtungen eingegangen sind. Selbst wenn sie als Stammzellenspender in Frage kämen, ist der Eingriff vergleichsweise harmlos.“

Sie meisten kamen, weil sie es gut finden, auf diese Weise irgendwo auf der Welt einem Menschen helfen zu können, ihren Blutkrebs zu überwinden. Auch Franziska Behnen hat all ihre Freunde und Bekannten aufgefordert, an der Typisierung teilzunehmen. Sie weiß wovon sie spricht. 2010 war sie selbst betroffen und hat mit 16 Jahren die Diagnose Leukämie erhalten. „Das war krass“, sagt sie heute. Sie war immer müde und kurzatmig. Erst wurde das auf eine Erkältung zurückgeführt, doch dann entdeckten Ärzte im Klinikum Oldenburg die tatsächliche Krankheit.

„Mein Cousin ist 2004 mit vier Jahren an Leukämie gestorben. Damals haben wir keinen Spender gefunden“, erzählt sie und auch deshalb engagiert sie sich für die Typisierung. Die Studentin der Hörtechnik und Audiologie hat Glück gehabt. „Ich bin ein halbes Jahr im Krankenhaus behandelt worden und habe Chemotherapie bekommen. Danach ging die Behandlung eineinhalb Jahre ambulant weiter. Heute bin ich gesund und war zum Glück nicht auf einen Spender angewiesen“, sagt sie.

Weil es für die Betroffenen so schwer ist, ihren genetischen Zwilling zu finden, unterstützt Franziska Behnen die Aktion der DKMS. „Leider komme ich wegen meiner Vorerkrankung als Spenderin nicht in Frage“, bedauert sie. Aber ich kann nur jeden auffordern und bitten, sich typisieren zu lassen, weil es immer eine Chance ist, einem Menschen das Leben zu retten und oft sind es Kinder und Jugendliche.“

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