Campus

ICBM: „Vom Kuckucksei zum Leuchtturm“

Verleger Florian Isensee, Jürgen Rullkötter und Bernd Blasius (von links) stellten die Chronik „Vom Kuckucksei zum Leuchtturm“ vor.

Verleger Florian Isensee, Jürgen Rullkötter und Bernd Blasius (von links) stellten die Chronik „Vom Kuckucksei zum Leuchtturm“ vor.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) 30 Jahre existiert das Oldenburger Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) und dabei handelt es sich um eine Erfolgsgeschichte. Denn anfangs hat kaum jemand an der Hochschule an seinen Erfolg geglaubt. Zudem herrschte Missgunst. Das Geld sei besser in den anderen Fachbereichen aufgehoben, wurde argumentiert.

Anzeige

LzO Vorsorge

„Wir waren ungeliebt, eben ein Kuckucksei“, erzählt Prof. Dr. Jürgen Rullkötter, der bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand vor vier Jahren das Institut über zwei Jahrzehnte geleitet hat und jetzt eine Chronik der Oldenburger Meeresforschung vorgelegt hat.

„Vom Kuckucksei zum Leuchtturm“ hat er das Buch überschrieben und schildert gut verständlich auch für Menschen, die das ICBM bislang nicht kennen, die Entwicklung des interdisziplinären Forschungsinstituts. Obwohl die wenigen Mitarbeiter seinerzeit scharfen Gegenwind spürten, hielten sie durch und legten den Grundstein für eine Forschung, die heute nicht nur nicht mehr wegzudenken ist, sondern national und international von Bedeutung ist. „Das ICBM, in dem über 100 Mitarbeiter grundlegende und angewandte Fragestellungen der Meeres- und Umweltforschung bearbeiten, ist in Forscherkreisen bekannt“, bestätigt ICBM-Direktor Prof. Dr. Bernd Blasius.

Bei der offiziellen Gründung des ICBM 1987 stand das Erforschen der Küsten- und Schelfmeere im Mittelpunkt. Längst sind die Oldenburger Meeresforscher auf den Weltmeeren aktiv, bis in die Polarregionen hinein und nutzen dazu auch die „Sonne“, das zweitgrößte Forschungsschiff, dass sie in die Ozeane bringt und dessen Heimatinstitut das ICBM ist.

„Ziel des ICBM ist es, die Bedeutung mariner Umweltsysteme durch die Zusammenarbeit von Arbeitsgruppen verschiedener naturwissenschaftlicher Disziplinen wie Chemie, Biologie, Physik oder Modellierung zu verstehen. Im Fokus stehen marine Stoffkreisläufe und Energieflüsse im Wasser und Sediment und an Grenzflächen zwischen Lebensräumen und Wasserkörpern, sowie die funktionelle Rolle mariner Biodiversität“, erläutert Blasius.

Zu den Forschungsschwerpunkten zählen Küstengewässer weltweit. „Denn Küstenregionen gehören zu den produktivsten und am meisten von Menschen beeinflussten und genutzten Zonen unseres Planeten“, erläutert Blasius. „Wir befassen uns intensiv mit der Nordsee und dem Wattenmeer.“ Damit die Bevölkerung weiß, was im ICBM erforscht wird, hat es von Beginn an großen Wert auf den Austausch mit der interessierten Öffentlichkeit gelegt. „Immer mehr Menschen haben erkannt, wie wichtig unsere Forschung unter anderem für die Meere und auch des Wattenmeeres ist“, sagt Blasius, der auf die Einmaligkeit des Instituts hinweist.

Besonders nachgefragt sind die fächerübergreifenden Studiengänge Umweltwissenschaften (Bachelor) und Marine Umweltwissenschaften (Master). „Sie bieten breite naturwissenschaftliche Grundkenntnisse, Einarbeitung in moderne Methoden der marinen Forschung und hohe Flexibilität für verschiedene Studienwege“, sagt Blasius, der sich über die große Nachfrage nach Studienplätzen freut. Das ICBM ist zudem für seine Nachwuchsförderung bekannt und bietet Doktoranden beste Arbeitsbedingungen mit sehr guten Berufsperspektiven.

Heute verfügt das ICBM über einen Etat von vier Millionen Euro und Jürgen Rullkötter blickt nicht ohne Stolz auf diese 30 Jahre zurück. „Das haben wir uns alles eisern erarbeitet und durch unsere Arbeit konnten wir die Zweifler überzeugen. Das ICBM hat sich zu einem Markenzeichen in der Forschungslandschaft entwickelt.“

„Vom Kuckucksei zum Leuchtturm – Meeresforschung an der Universität Oldenburg“ von Jürgen Rullkötter, Isensee Verlag Oldenburg, 208 Seiten, 26,90 Euro.

Vorheriger Artikel

Kultursommer: Spaziergang durch die Welt der Poesie

Nächster Artikel

Bandhaus: Cadillac wird als Standort geprüft