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Roboter Alias mausert sich zur Haushaltshilfe

Wie kann ich helfen, fragt Alias, der lebensgroße Roboter mit seinen schönen klimpernden Augen. Er steht den Studierenden der Jade Hochschule im Fach Assistive Technologien am Studienort Oldenburg zur Verfügung.

Die NAOs dienen dem Experimentieren und sollen Alias mit noch viel mehr nützlichen Eigenschaften ausstatten als er ohnehin schon hat.
Foto: Jade Hochschule

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Oldenburg (zb) – „Wie kann ich helfen“, fragt Alias, der lebensgroße Roboter mit seinen schönen klimpernden Augen. Er steht den Studierenden der Jade Hochschule im Fach Assistive Technologien am Studienort Oldenburg zur Verfügung. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, den Roboter so auszustatten, dass er uns eines Tages im Alltag behilflich ist.

Alias ist sozusagen das Familienoberhaupt der Roboterfamilie. Inzwischen hat er Verstärkung bekommen und blickt auf zwölf NAO-Roboter, die nicht einmal halb so groß sind wie er. Die Studierenden sollen ab sofort mit den Kleinrobotern üben. Die Abteilung Technik und Gesundheit für Menschen des Fachbereichs Bauwesen und Geoinformation ist um zehn auf nun insgesamt zwölf NAO-Roboter angewachsen. „Die Jade Hochschule besitzt damit neben der Hochschule Pforzheim die größte ‚Aufzucht‘ an humanoiden Kleinrobotern“, freut sich Sven Franz, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Assistive Technologien.

„NAO ist neben seinen 25 Freiheitsgraden mit zwei Kameras, vier Mikrofonen und zwei Lautsprechern ausgestattet. So kann er zusammen mit weiteren Sensoren, wie Berührungs-, Ultraschall- und Infrarotsensoren, interaktiven Kontakt mit seiner Umwelt aufnehmen und auf sie reagieren“, klärt er auf.

Programmieren lassen sich die Roboter einsteigerfreundlich über eine graphische Entwicklungsumgebung. Genau deshalb sind sie angeschafft worden. Denn die Studierenden sollen im Rahmen von Workshops herausfinden, wie die handlichen Roboter funktionieren und sich überlegen, mit welchen sinnvollen Fähigkeiten die NAOs ausgestattet werden können. Zudem lassen sich die Programmierungen problemlos auf Alias übertragen.

Denn letztlich geht es darum, dass Alias irgendwann in unseren Wohnungen zum Einsatz kommt. Für manch einen mag das merkwürdig anmuten, doch tatsächlich ist der knallrote Roboter ein perfekter Helfer, der nur agiert, wenn man ihn dazu auffordert. Schon jetzt kann er auf Zuruf Licht anmachen oder TV-Geräte anstellen und er ist ein idealer Spielkamerad, der vor allem verlieren kann ohne schlechte Laune zu bekommen. Er spielt alles was wir wollen, hat sozusagen immer Lust.

Alias ist so etwas wie das Familienoberhaupt unter den Robotern.

Alias ist so etwas wie das Familienoberhaupt unter den Robotern.
Foto: Katrin Zempel-Bley

„In Zukunft soll er aber nicht nur der Unterhaltung dienen, er soll vor allem im Haushalt mit anpacken“, kündigt Sven Franz an. Genau diese Fähigkeiten sollen die Studierenden den Robotern beibringen, sprich sie entsprechend programmieren. „Unsere Studierenden drängeln schon seit Wochen und wollen endlich anfangen“, erzählt der Dozent. „Sie sind voller Ideen und genau auf die haben wir es abgesehen. Nicht wir Dozenten wollen immer alles vorgeben, wir setzen in den Workshops auf die Kreativität der jungen Nachwuchskräfte. Aus den besten Ideen sollen Forschungsprojekte entstehen“, kündigt er an.

Die NAOs, das steht jetzt schon fest, werden auch so etwas wie unser persönlicher Trainer sein. „Wir wissen, dass viele Menschen nach einer Physiotherapie zu Hause Übungen machen sollen, es aber fast nie tun. Alias würde sie dazu auffordern und den Vorturner machen“, was im Medizinbereich begrüßt wird.

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1 Kommentar

  1. Michael Reins
    28. Dezember 2014 um 15.33

    Ist man an der Jade-Universität noch nicht darüber Informiert, das es bereits 2 Haushaltsroboter gibt, die ab 2015 verkauft werden, die unter dem Namen „Pepper“ (aus Japan) und „Jibo“ (aus den USA) schon seit vielen Jahren bekannt sind?
    Oftmals muß man sich wirklich wundern…