Campus

Green Ports: Nachhaltigkeit in Häfen verankern

Manfred Weisensee, Präsident der Jade Hochschule, begrüßte die beiden Vortragenden Klaus Holocher von der Jade Hochschule und Werner Repenning von N-Ports beim Forum Maritim.

Manfred Weisensee, Präsident der Jade Hochschule (rechts), begrüßte die beiden Vortragenden Klaus Holocher von der Jade Hochschule (links) und Werner Repenning (Mitte) von N-Ports beim Forum Maritim.
Foto: Jade Hochschule

Anzeige

Oldenburg (zb) – Umweltschutz in der Seeschifffahrt hat stark an Bedeutung gewonnen. Was bei Autos bereits selbstverständlich ist, nämlich permanente Schadstoffreduzierung und alternative Antriebssysteme zum herkömmlichen Verbrennungsmotor, soll auch in der Schifffahrt selbstverständlich werden. Es geht also um Meeresschutz und den Schutz von Küstenbewohnern. Doch Green Shipping funktioniert nicht ohne Green Ports. Deshalb haben das Maritime Cluster Norddeutschland und die Jade Hochschule zum zweiten Forum Maritim eingeladen, dass sich mit Green Ports befasst.

Nach einer Auftaktveranstaltung im Januar, wo bereits die Nachhaltigkeit von Häfen im Fokus stand, vertieften gestern rund 45 Fachleute aus der Hafenwirtschaft sowie Infrastrukturvertreter und Wissenschaftler aus ganz Norddeutschland die Thematik, um mögliche Lösungswege und Handlungsempfehlungen aufzuzeigen. Primär ging es um die Übertragbarkeit von internationalen Green Ports Strategien auf die deutschen Seehäfen, die Bereitstellung umweltfreundlicher Energieversorgung in Seehäfen und intelligente bzw. nachhaltige Nutzung von Hafeninfrastrukturen.

Werner Repenning, Leiter Strategische Unternehmensentwicklung bei Niedersachsen Ports, berichtete über „Hafen und nachhaltiges Hafenmanagement bei N-Ports“. „Ob Laden oder Löschen, Gebäudemanagement oder Betrieb – von Investitionen in umweltfreundliche Infrastruktur und Mobilität über neue Umschlagtechniken bis hin zur Hafenbeleuchtung werden in unseren Häfen Energie und CO2 fortlaufend eingespart sowie Lärm- und Staubemissionen reduziert.“ Auch bezüglich des Personals strebt N-Ports unter anderem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an, um weiterhin qualifiziertes Personal zu halten und neues zu gewinnen.

Kurzum: Nicht nur die Produktion soll nachhaltig sein, sondern auch die sich anschließende Logistikkette. „Dabei wird kein Bereich ausgespart“, stellt Repenning klar. „Denn so fordern es inzwischen immer mehr Kunden.“ Das heißt, Produkte sollen statt auf der Straße möglichst auf elektrifizierten Gleisen bzw. mit dem Binnenschiff transportiert werden. Die Hafenbahn soll also an das öffentliche Gleisnetz anschließen, um umweltfreundliche Transporte ins Hinterland möglich zu machen.

Im Hafen selbst sollte möglichst auf Elektrofahrzeuge zurückgegriffen werden. Auch Kräne, Containerbrücken und anderes Equipment für den Güterumschlag sowie Lager- und Kühlhäuser sollten aktuelle ökologische Standards erfüllen. „Dabei müssen jedoch ökologische, soziale und ökonomische Aspekte berücksichtigt werden, was durchaus kompliziert sein kann“, erklärte Repenning.

„Hier ist der Staat gefragt“, sagt Prof. Dr. Klaus Holocher vom Fachbereich Seefahrt der Jade Hochschule in Elsfleth. Er wünscht sich mehr Anreize, um Green Shipping und Green Ports schneller zu verankern. Denn Nachhaltigkeit koste Geld und längst nicht alle Verbraucher seien bereit, den Preis dafür zu zahlen. Als ein Beispiel für staatliche Anreize nannte er bereits existierende Rabatte bei Hafengebühren für Green Shipping in Niedersächsischen Häfen.

Green Ports funktionieren jedoch nur mit qualifiziertem Nachwuchs. Der wird in Elsfleth an der Jade Hochschule im Fachbereich Seefahrt ausgebildet. N-Ports und viele andere Arbeitgeber in der Region profitieren davon. „Wir haben einen intensiven Austausch. Sei es durch Praktika, Bachelor- oder Masterarbeiten“, berichtet Holocher. Und weil Seefahrt und Logistik untrennbare miteinander verbunden sind, freut sich Prof. Dr. Manfred Weisensee, Präsident der Jade Hochschule, dass der Fachbereich demnächst Seefahrt und Logistik heißt. „Die Umbenennung wird noch in diesem Jahr erfolgen“, kündigt er an.

Vorheriger Artikel

„Bloots keen Püttjerkraam“

Nächster Artikel

Handball-WM: Oldenburg erhält Zuschlag