Zentralrat der Juden: Behörden haben „Sehschwäche auf rechtem Auge“

Josef Schuster, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach der tödlichen Gewalttat in Hanau hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, den Sicherheitsbehörden schwere Vorwürfe gemacht. „Zu lange ist die Gefahr durch den wachsenden Rechtsextremismus verharmlost und vernachlässigt worden“, ließ sich Schuster am Donnerstag zitieren. „Polizei und Justiz scheinen zudem häufig auf dem rechten Auge eine Sehschwäche zu haben.“

Das räche sich jetzt. Für alle betroffenen Menschen sei dies eine besonders bittere Erkenntnis. „Es ist überfällig, dass alle demokratischen Kräfte zusammenstehen, um die Bedrohung durch den Rechtsextremismus und weiterhin auch durch islamistischen Terror einzudämmen“, so Schuster. Politik, Strafverfolgungsbehörden, Justiz und Zivilgesellschaft stünden dafür in der Verantwortung. Der Zentralratspräsident sprach nach der Gewalttat von Hanau von einer „rechtsextremen Blutspur“ durch Deutschland. Vorangegangen sei die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juni 2019 sowie der Anschlag in Halle (Saale) an Jom Kippur. „Es stellt sich die besorgniserregende Frage, wie sicher Minderheiten und Menschen, die sich für sie engagieren, noch in Deutschland leben können“, so Schuster.

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Foto: Josef Schuster, über dts Nachrichtenagentur

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