TK-Chef will Abschaffung von PKV und GKV

Foto: via dts Nachrichtenagentur
Der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, spricht sich für einen Umbau des dualen Systems in der Krankenversicherung aus. „Wir sollten die private Krankenversicherung abschaffen, die gesetzliche aber auch“, sagte Baas dem „Spiegel“.
Die TK ist mit mehr als zwölf Millionen Versicherten die größte Kasse in Deutschland. Baas schlägt ein System vor, in dem das Beste aus beiden Welten genutzt werde. „Aus der GKV ist das etwa der Verzicht auf eine Risikoselektion“, so der TK-Chef. Auch die Möglichkeit, jederzeit die Kasse wechseln zu können, müsse übernommen werden. Das ist in der PKV kaum möglich. Drittens dürften keine Gewinne aus der Krankenversicherung abgeschöpft werden. Und viertens müsse es bestimmte Standards geben, welche Leistungen von der Kasse abgedeckt werden.
Als Vorteile aus der PKV nannte Baas die Staatsferne. „An die Altersrückstellungen der Privaten kommt der Staat nicht ran“, sagte er. Dass der Staat Rücklagen nicht angreifen könne, müsste man in einem neuen System übernehmen. Ein zweiter Pluspunkt seien vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten. „Eine PKV kann Verträge mit Ärzten, Krankenhäusern und Therapeuten in der Theorie viel freier gestalten als wir“, sagte Baas dem „Spiegel“. Sie schafften das aber meist nicht, „weil sie zu klein sind. In einem gemeinsamen System könnten wir das umsetzen.“
Zudem kritisierte der TK-Chef die politische Debatte beim Thema Bürgerversicherung: „Jeder versteckt sich in seiner parteipolitischen Wohlfühlecke.“
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