Tierschutzbund warnt vor Ausnahmen bei Verbot des Kükentötens

Küken neben Hühnereiern, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Vor den Beratungen zum geplanten Ausstieg aus dem Kükentöten hat der Tierschutzbund vor Ausnahmen vom Verbot gewarnt. „Wieder einmal geht es nicht konsequent um Tierschutz, sondern darum, den Tiernutzern Schlupflöcher zu ermöglichen“, sagte Verbandspräsident Thomas Schröder der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Am Montag findet vor dem Agrarausschuss des Bundestages eine Anhörung zum geplanten Verbot statt, welches zum Jahresende in Kraft treten soll. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat einen Gesetzentwurf vorgelegt. Bislang werden jährlich rund 40 Millionen männliche Küken der Legehennen-Linien direkt nach dem Schlupf vergast, weil sich ihre Aufzucht nicht lohnt. Zuvor hatte die NOZ berichtet, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Antrag der Bundesländer einen Formulierungsvorschlag zum Verbotsgesetz erarbeitet.

Anzeige

Dieser soll das Kükentöten erlauben, wenn die Kükenkadaver an solche Tiere verfüttert werden, die auf entsprechende Nahrung angewiesen sind – etwa in Wildvogelauffangstationen. Schröder lehnt Ausnahmen vom Verbot ab. Er sagte: „Die ministeriale Empathie für Mitgeschöpfe ist gleich null.“ Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) werde ihrer Aufgabe als zuständige Ministerin für den Tierschutz nicht gerecht.

Die selbst gewählte Bezeichnung ihres Ministeriums als Lebensministerium spotte der Realität. Kritik am Gesetzentwurf kam auch von dem Unternehmen Respeggt, welches sich mit der Geschlechtsbestimmung im Ei befasst. Hintergrund ist eine weitere Verschärfung des Verbots ab 2024. Ab da sollen wegen eines möglichen Schmerzempfindens der Embryonen Eier nur noch bis zum sechsten Tag aussortiert werden.

Respeggt-Geschäftsführer Ludger Breloh sagte der NOZ: „Es gibt nach meinem Kenntnisstand derzeit keine Technologie, die dem im Gesetzesentwurf formulierten Anspruch ab 2024 gerecht wird. Keine einzige. Wenn das Gesetz so kommt, werden wir weggefegt vom deutschen Markt.“ Sein Unternehmen expandiere daher nicht wie geplant in Deutschland, sondern in Frankreich.

Foto: Küken neben Hühnereiern, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenNiedrigere Ernte und deutliche Preissteigerungen bei KartoffelnNachrichtenSchleswig-Holstein pocht auf Zuckersteuer für GesundheitssystemNachrichtenThüringer Linke fordert Wiederaufnahme der Sondierungen in Berlin
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenHandwerk fordert Reformen noch in diesem JahrBremenWetterbericht für Niedersachsen/Bremen (15.10.2026)NachrichtenGdP begrüßt bundesweites Alkoholverbot an BahnhöfenNachrichtenMützenich kritisiert AfD-BSW-Antrag zu Russland-SanktionenNachrichtenBär will Wechseljahre-Forschung mit 21 Millionen Euro fördernNachrichtenBär bekräftigt Unterstützung für Aigner als Bundespräsidentin

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok