Studie: Chinas „neuer Seidenstraße“ droht finanzielles Debakel

Mann fährt auf Motorrad mit Ladefläche in China, über dts Nachrichtenagentur

Köln (dts Nachrichtenagentur) – Die Corona-Pandemie stürzt viele Länder, die an der von China initiierten „neuen Seidenstraße“ mitwirken, in eine Schuldenkrise. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet. Seit dem Jahr 2013 hat das Reich der Mitte nach Berechnungen der Weltbank global etwa 575 Milliarden Dollar in Infrastrukturprojekte investiert.

Die Projekte werden per Kredit finanziert, den die jeweiligen Länder zurückzahlen müssen. Viele dieser Länder laufen nun eine Schuldenfalle. Ratingagenturen haben seit Jahresbeginn bereits 29 der Staaten herabgestuft, die an der neuen Seidenstraße beteiligt sind, darunter beispielsweise Äthiopien, Indonesien und Bulgarien. „Beim größten Kreditor Pakistan wackelt sogar das Rating, das aktuell gerade noch als ‚highly speculative‘ eingestuft wird“, sagte IW-Experte Thomas Obst. Darunter geht es schon in die Bereiche, wo akute Ausfallrisiken bestehen. „Die Verschlechterung der Kreditfähigkeit entlang der Seidenstraße betrifft zusammengenommen mindestens 119 Milliarden Dollar“, sagte Obst. Aufgrund von Datenlücken sei die tatsächliche Summe jedoch wesentlich höher einzuschätzen. „Zudem dürften weitere Abwertungen folgen.“ Dies wird nicht nur für die Projektländer zur Gefahr, sondern auch für China selbst. „Auch China braucht eine Strategie, wie die Kredite in der Krise bedient werden sollen. Auf der Seidenstraße muss die strukturelle Entscheidung getroffen werden, Kredite abzuschreiben, zu restrukturieren oder zu refinanzieren“, so der Ökonom. Und weiter: „Es könnte sich herausstellen, dass China einen hohen Preis für seinen geopolitischen Aufstieg bezahlt.“

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Foto: Mann fährt auf Motorrad mit Ladefläche in China, über dts Nachrichtenagentur

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