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Stefan Aust ärgert sich über „deutsche Belehrungskultur“

Stefan Aust, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der ehemalige „Spiegel“-Chefredakteur und heutige der „Welt“-Herausgeber Stefan Aust beklagt eine „deutsche Belehrungskultur“. Viele Debatten seien ihm zu moralisch und vor allen Dingen politisch aufgeladen, sagte er der Wochenzeitung „Die Zeit“.

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Als Beispiel nennt Aust die Klimadebatte: „Es geht doch um die simple Frage: Wie wichtig ist CO2 für den Klimawandel? Da gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Und es muss doch noch möglich sein, auf diese anderen Erklärungen hinzuweisen, ohne in die rechte Ecke gedrängt zu werden.“ Er leugne nicht den Klimawandel, „sondern hinterfrage die Erklärung dafür kritisch“, so Aust. „Der Mitläufer-Effekt in diesem Land ist sehr stark. Und dem habe ich mich immer entgegengestellt.“

Dabei lasse er sich keine geistige Nähe zur AfD unterstellen. „Wenn Herr Gauland sagt, es regnet, dann scheint deswegen noch lange nicht die Sonne. Und ich lasse mir von diesen Herrschaften nicht diktieren, was ich zu denken habe. Es kann doch nicht sein, dass wir der AfD die Freiheit geben, sich irgendein Thema auszusuchen, und dann darf niemand anderes mehr diese Position vertreten. Das finde ich eine hochbedenkliche Entwicklung“, so der 74-Jährige.

Foto: Stefan Aust, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    26. Mai 2021 um 13.42

    „Und es muss doch noch möglich sein, auf diese anderen Erklärungen hinzuweisen, ohne in die rechte Ecke gedrängt zu werden.“

    Das Gleiche gilt für die „Corona-Diskussion“. Es kann doch nicht wahr sein, daß ein in Deutschland tätiger Wissenschaftler und Arzt mit elf (!) fachbezogenen Auszeichnungen (!) und einem Bundesverdienstkreuz in diesem Land nicht gehört wird, und das, obwohl er Mitstreiter gleicher Meinung aus höchsten Akdemikerkreisen weltweit hat und seine Ehefrau und Co-Autorin im gleichen Forschungsfeld aktiv ist.
    Im Ausland nimmt dieser Mann selbstverständlich bis heute an Fachdiskussionen teil – und hier wird er mundtot gemacht, weil ein paar dubiose Karrieristen, auch noch aus der Politik – also ohne jede Sachkenntnisse (oder was versteht ein Banker von Medizin – eine Hotelfachkraft von Wissenschaft?) – sich ihre zwielichtigsten Geschäfte nicht gefährden lassen wollen?
    Wie lange will dies Volk, diese Gesellschaft, eigentlich noch den falschesten „Propheten“, sprich den billigsten und doofsten Koofmichs, folgen – statt sich endlich mal gründlich zu informieren? Ach ich vergaß, ich gehöre vermutlich längst zu den „Alu-Hut“ Trägern, den „rechten Spinnern“, den „Querdenkern“ (was eigentlich mal was sehr Gutes war). Nee, ich sehe mich eher bei Aust und denen, die immer noch nicht aufgegeben haben.
    Ist Google bei so vielen schon wieder kaputt – oder hat der Zug der Lemminge in Deutschland längst mal wieder begonnen? Sie wissen – das sie die, die dann in den Abgrund stürzen. Wie viele Tote gabs da doch letztes mal noch gleich?