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Soziologe Mau sieht anderes Demokratieverständnis in Ostdeutschland

Steffen Mau (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Entgegen der weitverbreiten These, dass sich Ostdeutschland mit der Zeit wie Westdeutschland entwickle, sieht der Soziologe Steffen Mau den Osten auf einem eigenen Weg. „Die Ostdeutschen sind keine Verächter der Demokratie, sondern ihre Zustimmung zur Parteiendemokratie ist deutlich geringer“, sagte Mau der „Superillu“ am Mittwoch. „Das nenne ich ausgebremste Demokratisierung, im Hinblick auf die Entwicklung der Parteiendemokratie und die Bindung an den Parlamentarismus.“

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In Ostdeutschland gebe es häufig ein „fast basisdemokratisches gemeinschaftliches Politikverständnis“, so der Soziologe, der sich in seinem neuen Buch „Ungleich vereint – Warum der Osten anders bleibt“ mit den Besonderheiten der ostdeutschen Gesellschaft beschäftigt. Mau plädiert angesichts der Stärke rechtsextremer und populistischer Parteien im Osten für Bürgerräte als neue Form der demokratischen Beteiligung.

dts Nachrichtenagentur

Foto: Steffen Mau (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. Selino
    27. Juni 2024 um 11.41 — Antworten

    Herr Mau hat ein sehr interessantes Buch geschrieben, leider bleiben im Nachgang viele Fragen offen – Herr Mau und Herr Oschmann („Der Osten – Eine westdeutsche Erfindung“ ) sollten überlegen, ob sie nicht gemeinsam ein Buch schreiben sollten – beide haben die Grundlagen verstanden und Herr Oschmann die Diskriminierung am eigenen Leib erlebt – das hat Herr Mau, obwohl in Rostock geboren, anscheinend nicht. Zusammenfassend ist festustellen, dass der Osten in seiner gesellschaftlichen Entwicklung eine extreme Sonderform einnimmt und dass die ostdeutsche Bevölkerung vor allem durch die grüne Bevormundungspolitik stark an die DDR erinnert wird – darüber hinaus sind heute die Kinder und Enkelkinder alter SED-Kader wieder an wichtigen Schrauben der ostdeutschen Gesellschaft und Industrie – das kann als eine Vorstufe eines Krebsschadens festgestellt werden. Immer noch sind ein großer Teil der ostdeutschen Gesellschaft nicht im System der westdeutschen Gesellschaft angekommen – ob das jemals eintreten wird, bleibt offen und das ist gefährlich!

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