Post-Chef erwartet keinen Rückschlag für Globalisierung
Bonn (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel, erwartet durch das Coronavirus keinen Rückschlag für die Globalisierung. „Diese Pandemie wird die Globalisierung nicht zurückdrehen“, sagte Appel der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die global aufgestellten Unternehmen seien momentan besser gerüstet als die rein regionalen, da diese nicht abhängig seien von der Entwicklung in einem einzigen Land.
„Deswegen ist die Globalisierung eine Versicherung für Unternehmen“, so Appel. Der Post-Chef erwartet auch keine Renationalisierung der Lieferketten: „Der Endkunde bezahlt nicht zehn Prozent mehr für ein Smartphone, weil der Hersteller sagt: Die Lieferkette ist robuster.“ Bezüglich der Post-Tochter Streetscooter gibt Appel Entwarnung: Mit der Coronakrise habe die angekündigte Einstellung der Produktion von Elektro-Lieferwagen nichts zu tun. „Die Entscheidung wurde unabhängig davon getroffen, aber es hilft in der jetzigen Situation, dass wir die Kosten runterfahren werden.“ Der Post-Chef kritisiert zudem, dass die ökologischen Folgen von Verbrennungsmotoren nicht angemessen bepreist würden und die Elektromobilität zu wenig gefördert werde. „Insbesondere in Anbetracht des aktuell niedrigen Ölpreises haben Unternehmen beim Einsatz von Elektromobilität heute einen Wettbewerbsnachteil, weil die Anschaffungskosten für E-Fahrzeuge höher sind“, sagte Appel.
Foto: Deutsche Post, über dts Nachrichtenagentur
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