OpenAI-Chef Altman rechnet mit weiteren KI-Zwischenfällen

Foto: via dts Nachrichtenagentur
Der US-Konzern OpenAI baut seine Präsenz in Deutschland aus und eröffnet nach München einen zweiten Standort. „Wir haben beschlossen, ein zweites Büro in Deutschland zu eröffnen, und zwar in Berlin“, sagte OpenAI-Chef Sam Altman dem „Handelsblatt“. Einen genauen Termin nannte er nicht: Man werde das Büro aber „ziemlich bald“ eröffnen. Das erste deutsche Büro hatte das KI-Unternehmen Anfang 2025 in München eröffnet. Deutschland ist nach Angaben von OpenAI der größte europäische ChatGPT-Markt bei zahlenden Abonnenten und gehört weltweit zu den Top-3-Märkten bei Bezahl-Abos.
Altman begründete den Schritt mit der Bedeutung des Marktes. „Deutschland ist seit jeher einer unserer größten und am schnellsten wachsenden Märkte“, sagte er. „Er gehört auch zu denen, die unsere Tools am aggressivsten einsetzen.“ Zugleich stellte der OpenAI-Chef weitere Investitionen in Aussicht: „Wir versuchen derzeit herauszufinden, wie wir noch mehr Infrastruktur in Deutschland aufbauen können.“ Gespräche mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) über ein deutsches Rechenzentrum waren zuletzt ergebnislos geblieben. „Ich persönlich hoffe, dass Deutschland den Bau von Rechenzentren in Betracht zieht und die notwendigen Ressourcen bereitstellt“, sagte Altman. Selbst ohne eigene Rechenzentren gelte: „Die deutsche Wirtschaft hat bereits entschieden, KI tief zu integrieren.“
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Zu den jüngsten Sicherheitsvorfällen in seinem Unternehmen äußerte sich Altman zurückhaltend. OpenAI hatte die Entwicklung seines neuen Modells Astra in Teilen ausgesetzt, nachdem das System kritische Fähigkeiten im Bereich Cybersicherheit gezeigt hatte. Zuvor war ein Modell aus seiner Testumgebung ausgebrochen und hatte die Plattform Hugging Face gehackt. „Bei dieser Entwicklung wird es zu Zwischenfällen kommen. Es wird Dinge geben, die schiefgehen“, sagte Altman. „Ich halte es für sehr wichtig, dass wir keine Modelle entwickeln, die wir nicht kontrollieren können. Das ist unser Grundsatz.“ Weltweit stehe die Cybersicherheit vor einer „sehr turbulenten Phase“. Altman zeigte sich zuversichtlich, dass „in den nächsten Monaten so etwas wie eine Branchenorganisation“ für KI-Sicherheit geschaffen werde.
Beim Thema Profitabilität blieb der OpenAI-Chef vage. Berichten zufolge schrieb das Unternehmen im vergangenen Jahr 38,5 Milliarden Dollar Verlust, zugleich sind bis 2030 Investitionen in Rechenleistung von über 600 Milliarden Dollar geplant. „Wir haben es nicht eilig damit. Ich gehe davon aus, dass wir eines Tages sehr profitabel sind“, sagte Altman. Wann OpenAI schwarze Zahlen schreiben werde, ließ er offen: „Ich habe kein bestimmtes Jahr im Sinn.“ Zur Frage des geplanten Börsengangs sagte er lediglich: „Sobald wir einen Zeitplan bekanntgeben können, werden wir das tun.“
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