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Niedersachsen fordert Kontakttagebuch von allen Bürgern

Hannover Hauptbahnhof, über dts Nachrichtenagentur

Hannover (dts Nachrichtenagentur) – Die niedersächsische Landesregierung bittet die Bevölkerung, alle Kontakte schriftlich festzuhalten. „Führen Sie ein Kontakttagebuch“, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) dem „Spiegel“. „Ich fordere alle auf, sich abends kurz hinzusetzen und sich Notizen darüber zu machen, wen sie im Laufe des Tages getroffen haben und wo es möglicherweise risikoreiche Begegnungen gab.“

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Vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen wolle die Landesregierung auf diesem Weg die Gesundheitsämter unterstützen. Reimann: „Wer weiß schon genau, wen er vor einer Woche an welchem Ort getroffen hat?“ Niedersachsen lag am Donnerstag bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 41 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner. Einige Regionen liegen bereits weit darüber. Delmenhorst etwa gehört zu den Hotspots der Republik. Es sei wichtig, die Behörden zu entlasten, so die Ministerin. „Egal, ob Sie eine Kalenderfunktion dafür nutzen oder die Kontakte in ein Buch schreiben“, sagt Reimann, „ein paar Notizen jeden Tag würden enorm helfen und die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung der Kontakte unterstützen.“

Foto: Hannover Hauptbahnhof, über dts Nachrichtenagentur

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14 Kommentare

  1. A. Eckert
    23. Oktober 2020 um 15.52

    Okay, Frau Reimann möchte wissen, mit wem ich mich alles getroffen habe. Ich komme mir vor wie in einem Krimi. Nur wer ist der Täter und wer das Opfer? Gibt es noch ein Datenschutzgesetz? Vielleicht ist auch alles nur ein böser Traum.
    Lassen wir uns auf einen Kompromiss ein: Ich schreibe abends eine Wünsch-dir-Was-Liste, mache aber darauf aufmerksam, dass ich meine Arbeitsstunden mit 25 Euro in Rechnung stelle. Diese Beträge werde ich anmelden bei der Class-Action-Klage durch Anwalt Dr. Füllmich.

    • Gerhard Snitjer
      23. Oktober 2020 um 16.44

      Ich habe das anders verstanden. Frau Reimann will gar nichts wissen. Aber wenn Sie irgendwann positiv getestet werden, dann wäre es für alle Beteiligten (und das könnten buchstäblich wir alle sein) sehr hilfreich, wenn Sie dem Gesundheitsamt möglichst genau aufzählen könnten, mit wem Sie Kontakt hatten. So bekommt man vielleicht eine völlig symptomfreie Person heraus, bei der Sie sich angesteckt haben – einfach weil es vielleicht noch mehr Hinweise auf diese Person gibt. Was aber auf jeden Fall der Vorteil wäre: Das Gesundheitsamt wüsste so schnell wie möglich, wer durch Sie infiziert worden sein könnte, und könnte Warnungen aussprechen oder vorsorgliche Quarantäne empfehlen. Oder anordnen.
      Also nochmal: Frau Reimann will gar nichts wissen. Wer auf Ihrer Kontaktliste steht, wissen ausschließlich Sie selbst. Wenn Sie aber plötzlich infektiös sind – wäre es dann nicht gut, sich zuverlässig erinnern zu können, wer in Ihrem Freundes- oder Kollegenkreis jetzt gewarnt werden sollte?

      • W. Lorenzen-Pranger
        23. Oktober 2020 um 20.42

        https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/corona-interview-gerd-antes-100.html

        https://www.heise.de/news/Studie-Regierungen-nutzen-Coronakrise-als-Vorwand-fuer-Ueberwachung-und-Zensur-4931353.html

        Dazu der Einatz der Bundeswehr im Inneren – durch das Grundgesetz, also unsere Verfassung, verboten – was einen sehr merkwürdigen Beigeschmack hat, zumal die neuerdings auch in Polizeiaufgaben geschult werden und die immer lautere und vielfältigere Kritik der Verfassungsrechtler, vorneweg immer noch der ehemalige Vorsitzende des Verfassungsgerichts Papier (CSU). Die Bundeswehr wird seit einiger Zeit immer häufiger im Innren eingesetzt, man „gewöhnt“ sich so langsam an den grundsätzlich rechtswidrigen Sachverhalt.

        https://www.tagesspiegel.de/politik/ex-verfassungsrichter-ruegt-regierung-papier-sieht-in-coronavirus-krise-freiheitsrechte-bedroht/25793984.html

        https://www.fr.de/politik/corona-krise-grundrechte-juristen-mahnen-schwerwiegende-eingriffe-corona-13652876.html
        usw. usw. usw.

        Allein das alles sollte zu denken geben.
        Dazu kommt die zwielichtige Situation, in der sich der Vorzeigeberater der Bundesregierung Drosten befindet, dessen Doktorarbeit immer mehr drängende Fragen aufwirft und der Professor wurde, obwohl eine Habilitationsschrift offenbar nicht vorliegt und er keinerlei Lehrtätgkeit erfüllt.
        Sauber, demokratiegerecht, recht-staatlich, sieht für mich irgendwie ganz anders aus…

        • W. Lorenzen-Pranger
          23. Oktober 2020 um 20.49
        • Manfred Murdfield
          26. Oktober 2020 um 8.28

          Zwei Anmerkungen:
          Solange die Bundeswehr mit einem Kugelschreiber arbeitet, sehe ich das nicht als „Einsatz“ im Inneren, sondern als Hilfe, allerdings ist die Uniform unnötig.
          Um Doktorarbeiten von Medizinern zu „überprüfen“ ist schon eine gehörige Selbstgefälligkeit nötig. Nicht mehr als ungefähr 40 Seiten DIN A 5, sonst gibt es Ärger und die Inhalte können wohl auch mal unter dem Niveau von Diplom- oder Masterarbeiten bleiben. Die Fähigkeiten eines Fach-Arztes an seiner Doktorarbeit zu messen, halte ich für Unfug.

          • W. Lorenzen-Pranger
            26. Oktober 2020 um 11.45

            >Um Doktorarbeiten von Medizinern zu „überprüfen“ ist schon eine gehörige Selbstgefälligkeit nötig.<

            Es geht nicht um die Frage, ob man seine Arbeit "überprüfen" will oder nicht, es geht um die Frage, ob es bis vor Kurzem überhaupt eine gab. Die dann nachgereichte (?) Arbeit, nach siebzehn Jahren (!), weist allein in der Datierung bereits Unstimmigkeiten auf, so Teile der Presse.
            Ohne "Dr."aber kein "Prof." – und den nun wieder nicht ohne Antrittsrede, Habilitationsschrift und ohne Lehrtätigkeit – zumindest pro forma.

  2. Spezial Demokrat
    24. Oktober 2020 um 12.50

    „Kontakttagebuch“…
    Damit man -„im Bedarfsfall“ (wie auch immer der dann zustande kommt – auch vllt. weil „nur“ jemand anderes den Namen – aus was für Gründen auch immer) „aufgeschrieben und weitergegeben“ hat, „NachVERFOLGEN“ kann?
    Datenschutzgesetz? – Wozu noch? – Schutz der Person? Wozu noch? Grundgesetz? Wozu noch?
    Nächster Schritt – wie in England oder Australien z.Zt.:
    Militär geht durch die Straßen, klopft an jede Haustür und fragt nach, ob man „Corona-getestet“, „Corona-erkrankt“ oder „in Corona-Quarantäne“ ist.
    Bald auch durch die Bundeswehr in Deutschland? Was passiert als nächstes? Bekommt man „Hausarrest“, wie z.B. Assange, weil ̶m̶̶a̶̶n̶̶ ̶u̶̶n̶̶b̶̶e̶̶q̶̶u̶̶e̶̶m̶̶e̶̶r̶̶ ̶̶Qu̶̶e̶̶r̶̶u̶̶l̶̶a̶̶n̶̶t̶ die Meinung unerwünscht ist?
    Oder kommt gar in „Beuge- oder Erzwingungshaft“?

    Merkt denn niemand mehr die Totalitären Hintergründe der „Maßnahmen“? (Roman „1984“ oder der Film „Brazil“ läßt grüßen)
    Sind wir noch in Deutschland oder schon im kommunistischen China?
    Ist es „oberste Bürgerpflicht“, zu allem zu Schweigen und widerstandslos alle Maßnahmen und seien sie auch noch so abenteuerlich, hinzunehmen?
    Ich meine: NEIN!

    Zitat:
    „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Kommunist.
    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
    Zitat Ende
    (Martin Niemöller, Theologe 1892-1984)

  3. Ben Schürer
    24. Oktober 2020 um 20.20

    Nicht mit mir. Langsam reicht es.

  4. S. Kirschbaum
    24. Oktober 2020 um 20.45

    Das Narrenschiff Deutschland steuert langsam aber sicher in eine Richtung, die wir glaubten ’89 hinter uns gelassen zu haben. Wer glaubt, dass diese Richtung freiwillig und ohne den massiven Widerspruch der Gesellschaft wieder verändert wird, kennt die charakterliche Eignung für einen Berufspolitiker nicht. Hilfreich kann ein Blick in die Begrifflichkeit der politischen Ponerologie sein.

  5. Björn
    24. Oktober 2020 um 21.46

    Hören sie auf diese Drogen zu nehmen!

  6. Guido Streib
    25. Oktober 2020 um 5.56

    Mmh…mein Tipp. Die Landesregierung von Niedersachsen sollte Zwangseingewiesen werden. Es deutet alles auf paranoide Wahnvorstellungen hin. Die sind einfach nur psychisch krank.

  7. Fr. Finnern
    25. Oktober 2020 um 18.35

    Ja reicht den die Corona Warn App nicht mehr, die sich angeblich viele Millionen heruntergeladen haben (und wahrscheinlich gleich wieder gelöscht haben) ?
    Reichen die Listen in Restaurant nicht mehr (seit dem mein E- Mail Postfach vor Spam überquillt) ?
    Ins Kino, Konzerte, Fußball und ähnlichen darf man ja eh nicht mehr…
    Und von den wenigen was man noch darf tut man inzwischen nur noch das absolut notwendigste.

    Also warum ein Kontakttagebuch?

  8. Derda
    25. Oktober 2020 um 22.25

    Das kann man auch kreativ nutzen: schreiben wir doch einfach mal 2 Wochen lang folgende Liste:
    0.00-06.00 Uhr Geschlechtsverkehr mit Dolly Buster
    011.00 Uhr-12.30 Intimtalk mit Hilda, der Sekretärin vom Bereichsleiter
    16.00 Uhr auf Heimfahrt Clint Eastwood beim McDonalds getroffen, über Vorderlader geredet
    19.00 Uhr von Christian Drosten geträumt
    22.00 -02.00 Sex mit Dolly Buster
    Das für jeden Tag, offensichtlich schwachsinnig – wer wollte den da etwas BÖSES unterstellen, und das dan jeden Tag per Mail an jene Dame senden.
    Nur ein Vorschlag.
    Mit solidarischen Grüßen aus Schwesigstan in die alte Heimat